Umweltverträglichkeitsstudie
Die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) stellt ein Planungsinstrument dar, das eine umweltfachliche Vorzugsvariante im Zuge von Infrastrukturvorhaben zum Ziel hat. Sie beruht auf einer bereits in den 1980er-Jahren entwickelten Methodik zur Identifizierung und Begründung einer möglichst umweltverträglichen Trassenvariante. Sie unterscheidet sich maßgeblich von einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), die nach Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG) bei bestimmten Vorhaben zu erstellen ist.
Die UVS ist nicht gesetzlich geregelt und ergibt sich aus verschiedenen Ebenen bei Raumordnungs- oder Linienbestimmungsverfahren für Infrastrukturvorhaben. Sie orientiert sich jedoch an Leitfäden wie der Richtlinie für die Umweltverträglichkeitsprüfung im Straßenbau (R UVP), die eine klare Trennung von UVS und UVP-Bericht vornimmt. Dennoch befasst sich eine UVS mit den gleichen Schutzgütern nach § 2 Abs. 1 UVPG (Menschen, insbesondere die menschliche Gesundheit, Tiere, Pflanzen, biologische Vielfalt, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkung zwischen ihnen).
Der UVS ist in der Regel eine Planungsraumanalyse vorgelagert, die sich damit befasst, einen näheren Untersuchungsraum für die Trassenfindung, die in der UVS stattfinden soll, zu ermitteln. Die UVS schließt mit der Wahl einer umweltfachlichen Vorzugsvariante ab, die im übergreifenden Variantenvergleich zwar zu berücksichtigen ist, allerdings kann sich aus Gründen wie der Wirtschaftlichkeit auch eine andere Variante als fachübergreifende Vorzugsvariante herausstellen, selbst wenn diese aus umweltfachlicher Sicht deutliche Nachteile aufweist. Beispielsweise können durchgängige Tunnelvarianten beim Straßenbau aus umweltfachlicher Sicht die meisten erheblichen Auswirkungen vermeiden, mit ca. 10.000 bis 20.000 €/m sind solche Varianten allerdings selten genehmigungsfähig, da sie den Kosten-Nutzen-Faktor deutlich übersteigen.