Uteringeräusch

Als Uteringeräusch (auch: Uterinageräusch, Uterusschwirren, lateinisch Strepitus uterinus) bezeichnet man in der humanmedizinischen Geburtshilfe ein mit dem Stethoskop (nur selten) hörbares Geräusch, das durch erweiterte Blutgefäße der Gebärmutter (Uterus) hervorgerufen wird. Es kann bei der Schwangeren ab dem dritten bis vierten Schwangerschaftsmonat gehört werden. Am deutlichsten kann es im Bereich seitlich der Gebärmutter wahrgenommen werden. Da es von den Gebärmuttergefäßen ausgeht, hat es die Frequenz des mütterlichen Pulses. Von praktischer Bedeutung ist es nur, weil es die kindlichen Herztöne überlagern kann. Ein Uteringeräusch kann auch bei großen Gebärmuttertumoren auftreten, ist also nicht schwangerschaftsspezifisch.

Es darf nicht mit dem Plazentageräusch verwechselt werden. Ein solches Uterusgeräusch oder Uterinschwirren entsteht bei Druck auf die Plazentagefäße; es ist ein blasendes oder zischendes Geräusch als Auskultationsphänomen über dem graviden Uterus.

  1. Maxim Zetkin, Herbert Schaldach: Lexikon der Medizin, 16. Auflage, Ullstein Medical, Wiesbaden 1999, ISBN 978-3-86126-126-1, S. 2099.
  2. Rudolf Th. Edler von Jaschke: Lehrbuch der Geburtshilfe. Springer-Verlag, 4. Auflage, Berlin / Heidelberg 1935, ISBN 978-3-642-53390-7, S. 94.
  3. Joachim W. Dudenhausen: Praktische Geburtshilfe: mit geburtshilflichen Operationen. Walter de Gruyter, 21. Auflage 2011, ISBN 978-3-11-022869-4, S. 26.
  4. Heinz Walter, Günter Thiele (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Loseblattsammlung, Band 6 (S–Zz), Verlag Urban & Schwarzenberg, München / Berlin / Wien 1974, ISBN 3-541-84006-4, S. U 45.