Vaginismus

Klassifikation nach ICD-10
N94.2 Vaginismus
F52.5 Nichtorganischer Vaginismus
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
HA20 Sexuelle Schmerz-Pentrationsstörung
HA20.0 Sexuelle Schmerz-Penetrationsstörung, lebenslang, generalisiert
HA20.1 Sexuelle Schmerz-Penetrationsstörung, lebenslang, situativ
HA20.2 Sexuelle Schmerz-Penetrationsstörung, erworben, generalisiert
HA20.3 Sexuelle Schmerz-Penetrationsstörung, erworben, situativ
HA20.Z Sexuelle Schmerz-Pentrationsstörung, nicht näher bezeichnet
ICD-11: EnglischDeutsch (Vorabversion)

Unter Vaginismus (oder auch Scheidenkrampf) versteht man eine unwillkürliche Verspannung oder Verkrampfung des Beckenbodens und der Vaginalmuskulatur, wodurch der Scheideneingang eng oder wie verschlossen erscheint. Die vaginistische Reaktion beinhaltet eine wiederkehrende oder andauernde ungewollte Kontraktion beziehungsweise einen Spasmus der Muskeln, die das untere Drittel der Vagina umgeben, was eine vaginale Penetration erschwert oder unmöglich macht. Vaginalverkehr, eine gynäkologische Untersuchung und das Einführen von Tampons oder anderen Objekten können dadurch sehr schmerzhaft oder – bei Vaginismus in seiner schwersten Ausprägung – unmöglich sein.

Vaginismus kann durch psychische Faktoren bedingt sein, die das Körperbild betreffen, oder eine Reaktion auf Schmerzen bei früheren Versuchen, in die Vagina einzudringen. Eine neuere Definition von Basson et al. lässt den Aspekt der Verkrampfung beiseite und bezeichnet Vaginismus als „andauernde oder wiederkehrende Schwierigkeiten des Körpers, das Einführen eines Penis, eines Fingers oder eines anderen Objektes in die Vagina zuzulassen, trotz des eigenen, ausdrücklich geäußerten Wunsches, etwas einzuführen“.

Vaginismus zählt zu den sexuellen Funktionsstörungen, genauer zu den Schmerzstörungen (der Sexualorgane), und ist häufig zumindest organisch mitbedingt, kann aber auch rein psychisch bedingt sein, z. B. „innere Abwehr gegen penetrierenden Sexualkontakt, Angstgefühle infolge vorausgegangener Gewalterfahrungen.“

  1. Pschyrembel-online: Vaginismus. Auf: pschyrembel.de; zuletzt abgerufen am 29. Oktober 2022.
  2. 1 2 Stacy Tessler Lindau, Shari Sandbo, Maura N. Dickler: Breast Cancer. In: J. P. Mulhall (Hrsg.), L. Incrocci, I. Goldstein, R. C. Rosen: Cancer and Sexual Health. New York u. a. 2011, S. 445–446.
  3. WHO: Manual of The International Statistical Classification of Diseases, Injuries, and Causes of Death. 10. Ausgabe. Genf 1992.
  4. W. Weijmar Schultz, R. Basson, Y. Binik, D. Eschenbach, U. Wesselmann, J. van Lankveld: Women’s sexual pain and its management. In: Journal of Sexual Medicine. Band 2, Nr. 3, 2005, S. 301–316.
  5. R. Basson, S. Althof, S. Davis u. a.: Summary of the Recommendations on Sexual Dysfunctions in Women. In: Journal of Sexual Medicine. 2004, Band 1, Nr. 1, S. 24–34, doi:10.1111/j.1743-6109.2004.10105.x.
  6. Stephan Dressler, Christoph Zink (Bearbeiter): Pschyrembel Wörterbuch Sexualität. De Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-016965-7, S. 565–566.