Akzidentien (Musik)

Als Akzidentien werden in der Musiknotation Versetzungszeichen und Vorzeichen bezeichnet, die eine Veränderung der Tonhöhe eines diatonischen Tons (Stammtons) anzeigen. Versetzungszeichen galten früher nur für den unmittelbar nachfolgenden Ton, später dann für alle entsprechenden Tonhöhen innerhalb eines Taktes, während Vorzeichen am Beginn eines Systems die Tonart festlegen und für einen Abschnitt oder ganzes Stück gelten. Zu den gebräuchlichen Zeichen gehören das Kreuz (♯), das B (♭) und das Auflösungszeichen (♮) sowie deren Doppelvarianten. Zeichen für Veränderungen unterhalb eines chromatischen Halbtons lassen sich bereits im 16. Jahrhundert nachweisen (z. B. bei Nicola Vicentino) und werden seit dem 20. Jahrhundert z. B. in der Musikethnologie zur Notation von Musiken, deren Intonationssystemen sich von denen der westlichen Tonalität unterscheiden, sowie zur Notation mikrotonaler Abweichungen in der Neuen Musik verwendet.