Verträge von Évian

Verträge von Évian
Kurztitel: Abkommen von Évian
Datum: 18. März 1962
Fundstelle: Journal Officiel de la République Française; l'Humanité
Vertragstyp: Bilaterales Abkommen
Rechtsmaterie: Waffenstillstandsvereinbarung; Regierungserklärungen zur Unabhängigkeit
Unterzeichnung: Louis Joxe; Robert Buron, Jean de Broglie

Krim Belkassem

Ratifikation: n/a
Bitte beachte den Hinweis zur geltenden Vertragsfassung.

Die auch als Verträge von Évian bekannten Abkommen von Évian (arabisch اتفاقيات إيفيان, DMG Ittifāqiyyāt Īfiyān; französisch Accords d’Évian) fassten die Verhandlungsergebnisse zwischen den Vertretern der Regierung Frankreichs und der Provisorischen Algerischen Regierung (französisch Gouvernement Provisoire de la République Algérienne, kurz GPRA) zur Beendigung des Algerienkriegs zusammen. Mit ihrer Unterzeichnung am 18. März 1962 im französischen Évian-les-Bains erfolgte die zweiseitige Verpflichtung zu einem Waffenstillstand. Die Verträge leiteten die Entkolonialisierung Algeriens ein und bereiteten den Weg einer Unabhängigkeit nach 132 Jahren vor. Statt zu dem erhofften Kriegsende führten die Abkommen jedoch nach Ansicht von Kritikern zunächst zu der schlimmsten Phase des Bürgerkriegs. Neben dem Waffenstillstand enthielten die Abkommen politische und militärische Übergangsbestimmungen, Regelungen der Grundsätze einer künftigen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Algerien sowie Zusicherungen zum Status der in Algerien lebenden Franzosen.