Verträglichkeit (Logik)

In der Logik bezeichnet man eine Aussage A als verträglich mit einer Aussage B, wenn es möglich ist, dass sowohl A als auch B gleichzeitig wahr sind, wenn also aus A und B nicht zwangsläufig ein Widerspruch folgt. Sind A und B nicht verträglich, so nennt man sie unverträglich.

Beispiel: Wir betrachten für eine natürliche Zahl die beiden Sätze:

A: ist gerade
B: ist eine Quadratzahl

Die Aussagen A und B sind verträglich, weil aus ihrer Konjunktion nicht zwangsläufig ein Widerspruch folgt. Beispielsweise sind mit beide Aussagen wahr: ist gerade und eine Quadratzahl. Hingegen sind die Sätze

C: ist durch teilbar
D: ist ungerade

unverträglich, da jede Zahl, die gemäß C durch teilbar ist, insbesondere auch durch teilbar und somit gerade ist, was der Aussage D widerspricht. Aus den Sätzen C und D folgt deshalb zwangsläufig ein Widerspruch.

  1. Michael Wolff: Abhandlung über die Prinzipien der Logik. In: Philosophische Abhandlungen. 3. Auflage. Band 121. Klostermann, Frankfurt am Main 2023, ISBN 978-3-465-14615-5, S. 390–393.