Virtuelle IP-Adresse

Die Virtuelle IP-Adresse (virtual IP address, gelegentlich auch VIP) bezeichnet eine dynamische IP-Adresse, die automatisch einer von mehreren redundanten Komponenten zugeordnet wird, um die Ausfallsicherheit eines Systems zu erhöhen.

Beim IP network multipathing des Betriebssystems Oracle Solaris wird eine virtuelle IP-Adresse einer redundanten Netzwerkverbindung aus zwei oder mehr Netzwerkkarten zugeordnet, mit denen ein Rechner an ein und dasselbe Netzwerk angeschlossen ist.

Bei der Anwendung in einem Aktiv/Passiv-Cluster ist sie diejenige IP-Adresse, unter der das momentan aktive Primärsystem adressiert ist. Dabei haben alle Rechner des Verbundes individuelle Adressen, während die virtuelle IP-Adresse zusätzlich an das aktive System ausgeliehen wird. Sie steht deshalb stellvertretend für den gesamten Cluster.

Von außen wird der Cluster immer über die virtuelle IP-Adresse angesprochen, so dass automatisch das aktive System erreicht wird. Im Falle eines Failover wird ein Standby-System aktiviert und erhält nun die virtuelle IP-Adresse. Damit werden alle weiteren Verbindungen mit dem neu aktivierten System hergestellt, so dass dieses die Funktion des ausgefallenen Knotens übernimmt.

Um im Failover-Fall das erfolgte Umlegen einer virtuellen IP-Adresse bekanntzugeben, nutzt der Cluster Manager eine als GARP (Gratuitous ARP) bezeichnete spezielle Nachricht des Address Resolution Protocols.