Volksbuch
Volksbuch ist eine „Buchgattung des 18. und 19. Jahrhunderts mit Vorläufern im Zeitalter des Frühdrucks“. Der Begriff wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts von dem Lehrer und Publizisten Joseph Görres in Anlehnung an das Volkslied-Konzept Johann Gottfried von Herder eingeführt und bezeichnet Schriften, die als volkstümlich angesehen werden. Die noch junge Literaturwissenschaft des frühen 19. Jahrhunderts suchte Werke einer nationalen Tradition. Zu diesem Zweck wandten die Sammler der Texte ihren Blick zurück bis in das Mittelalter. Unter das Volksbuch-Konzept fallen nach heutigem Verständnis eine ganze Reihe von Textsorten, zum Beispiel Sagen, Legenden und Schwänke. Vielfach werden auch Versromane des Mittelalters oder gedruckte Prosaromane als Volksbücher veröffentlicht. Weder spezifische Stoffe noch eine einheitliche Herkunft zeichnen die Titel dieses Marktes aus.
- ↑ Jan-Dirk Müller: Volksbuch. In: Georg Braungart, Harald Fricke, Klaus Grubmüller, Jan-Dirk Müller, Friedrich Vollhardt und Klaus Weimar (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft: Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. III: P–Z. De Gruyter, Berlin/Boston 2007, S. 789, doi:10.1515/9783110914672.2320.