Volksbefragung in Coburg 1919
Die Volksbefragung in Coburg am 30. November 1919 hatte die Frage des Beitritts des Freistaats Coburg zum künftigen Land Thüringen zum Gegenstand. Bei einer mehrheitlichen Bejahung hätte der Freistaat die laufenden Verhandlungen mit den anderen Thüringischen Staaten mit dem Ziel der Vereinigung fortgesetzt. Eine mehrheitliche Ablehnung bedeutete, dass der Freistaat Coburg stattdessen die zeitgleich geführten Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern über einen Beitritt weiterverfolgen würde.
Die Volksbefragung wurde angesetzt, weil die Landesversammlung in der Angelegenheit des Beitritts zu Thüringen oder Bayern kein Einvernehmen herstellen konnte, diese wichtige Frage jedoch nicht ohne Willensbekundung des Stimmvolks entscheiden wollte. Die Abstimmung war unverbindlich und hatte nur empfehlenden Charakter. Bei der Volksbefragung sprachen sich 88,1 % gegen den Beitritt zum Land Thüringen aus. Die Staatsregierung folgte dem Wunsch der Mehrheit, brachte die laufenden Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern zum Abschluss und am 1. Juli 1920 ging Coburg in Bayern auf.