Volksgruppenführer

Volksgruppenführer waren in der Zeit des Nationalsozialismus die anerkannten Politischen Leiter der außerhalb der Grenzen des Deutschen Reichs (1933 bis 1945) lebenden Menschen deutscher Volkszugehörigkeit mit fremder Staatsangehörigkeit; darunter Rumäniendeutsche (550.000 „Volksdeutsche“ im Jahr 1944), Jugoslawiendeutsche (500.000 im Jahr 1931), Ungarndeutsche (465.000 im Jahr 1941), Karpatendeutsche (126.000 im Jahr 1930), in Südtirol (200.000 im Jahr 1939) und Dänemark (30.000 nach 1920).

Die Verwendung des Ausdrucks „Volksgruppenführer“ im heutigen deutschen Sprachgebrauch hat keinen zwingenden nationalsozialistischen Nachklang und bezeichnet allgemein ethnopolitische Spitzenvertreter von Volksgruppen.

  1. 1 2 Immo Eberl, Konrad G. Gündisch: Die Donauschwaben. Kapitel 6: Die Statistik der deutschen Siedlung Südosteuropas. Innenministerium Baden-Württemberg, Jan Thorbecke Verlag, 1987.
  2. Hans Harmsen: Soziale Dienste für Spätaussiedler. Konrad-Adenauer-Stiftung für Politische Bildung und Studienförderung. Eichholz-Verlag, 1976, ISBN 3-87198-074-9, S. 18.
  3. Ernst Hochberger: Einführung in die Geschichte der Karpatendeutschen in der Slowakei. Sinn, Juli 2000.
  4. Niederschrift der Besprechung über die Südtiroler Frage, stattgefunden am 23. Juni 1939 von 16-17.50 im Geheimen Staatspolizeiamt, Berlin SW 11, Prinz-Albrecht-Str. 8. (Text der deutschen Delegation)
  5. Jørgen Kühl: Nationale Minderheiten in der Europäischen Union am Beispiel der deutschen Minderheit in Dänemark. In: Archiv für Sozialgeschichte. 44, 2004, S. 571.
  6. Als Beispiel sollen die Volksgruppenführer der Zyperngriechen oder Zyperntürken gelten: