Deportation der Juden aus Baden und der Saarpfalz

Die Deportation der Juden aus Baden und der Saarpfalz (auch bekannt als Wagner-Bürckel-Aktion und Oktoberdeportation 1940) war die Verschleppung von rund 6500 deutschen Juden aus den Gauen Baden und Saarpfalz in den unbesetzten Teil Frankreichs am 22. und 23. Oktober 1940. Die unvorbereiteten französischen Behörden leiteten die Menschen in das südfranzösische Internierungslager Gurs, wo die hygienischen Zustände und die unzureichende Versorgung mit Lebensmitteln dazu führten, dass bis März 1941 dort 1050 Menschen starben. Aus dem nach dem deutschen Sieg über Frankreich als CdZ-Gebiet Elsaß und CdZ-Gebiet Lothringen an die Gaue Baden und Saarpfalz angegliederten Elsaß-Lothringen waren bereits mindestens 127.000 Menschen in den unbesetzten Teil Frankreichs ausgewiesen worden. Die beiden Gauleiter Robert Wagner und Josef Bürckel setzten anschließend die Deportation der in ihren Gauen verbliebenen deutschen Juden um, die diese völlig unvorbereitet traf. Es handelte sich nach der „Polenaktion“ von 1938 und der Deportation der Juden aus Stettin im Februar 1940 um eine der ersten Deportationen von Juden aus dem Deutschen Reich.