Wahrheits- und Versöhnungskommission
Die Wahrheits- und Versöhnungskommission (englisch Truth and Reconciliation Commission, kurz TRC) war eine südafrikanische Einrichtung zur Untersuchung von politisch motivierten Verbrechen während der Zeit der Apartheid. Sie geht in ihrer Entstehung auf eine Initiative des ANC und des damaligen Justizministers Abdullah Omar im Jahr 1994 zurück und wurde im Januar 1996 durch Präsident Nelson Mandela eingesetzt. Vorsitzender war der schwarze Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu. Die Kommission, die Verbrechen von Angehörigen aller Volksgruppen unabhängig von der Hautfarbe der Täter aufklären und somit zur Versöhnung beitragen sollte, arbeitete bis 1998.
Sogenannte „Wahrheitskommissionen“ wurden seit den 1980er-Jahren in vielen Staaten nach dem Übergang von einer Diktatur zur Demokratie eingerichtet. Die südafrikanische Kommission hatte die Comisión Nacional de Verdad y Reconciliación (die so genannte Rettig-Kommission, nach Senator Raúl Rettig benannt) von 1990 bis 1991 in Chile zum Vorbild; zehn Jahre später wurde dort die Comisión Nacional de Prisión Política y Tortura einberufen.
- ↑ Daniel Stahl: Bericht der chilenischen Wahrheitskommission. In: Quellen zur Geschichte der Menschenrechte. Arbeitskreis Menschenrechte im 20. Jahrhundert, Mai 2015, abgerufen am 11. Januar 2017.
- ↑ Leah Barkoukis, Charles Villa-Vicencio: Truth Commissions. A Comparative Study. Georgetown University, Institute for Justice and Reconciliation 2011. ( vom 3. Januar 2014 im Internet Archive) ehemals auf www.ijr.org.za (englisch).