Wall of Sound
Wall of Sound (englisch für ‚Klangmauer‘) wird in der Musikproduktion die von Musikproduzent Phil Spector ab 1962 in den Gold Star Studios von Hollywood mit seinen Künstlern bis 1966 hergestellte Popmusik bezeichnet, die durch eine hohe Sounddichte und durch intensiven Einsatz von Audioeffekten gekennzeichnet ist und oft mit einer Überorchestrierung verbunden war.
Bis 1961 waren für die meisten Musikproduzenten die Tonstudios sterile Räumlichkeiten, denen die Aufgabe zukam, jedes einzelne Musikinstrument getrennt von anderen Instrumenten mit einem Mikrofon auszustatten und der Endabmischung zuzuführen. Im Gegensatz hierzu stand Spectors Idee, den Hörer in einen Klangwall einzubetten und ihm einen kompakten Höreindruck zu vermitteln. Dass ein Mikrofon auch sphärische Geräusche anderer Instrumente mit auffing, war sogar erwünscht. Dies war in der Popmusik zwar nicht neu, jedoch in dieser konzentrierten Form unbekannt. Spector hat diesen Wall of Sound nur bei seinem eigenen Plattenlabel Philles Records eingesetzt, nicht jedoch bei seinen zahlreichen Fremdproduktionen für andere Plattenlabels. Der Begriff Wall of Sound wird in der Musikindustrie eng assoziiert mit den Gold Star Studios, und zwar konkret mit Studio A und der Ampex 350. Spector war einer der ersten Musikproduzenten, die ein Tonstudio als eigenständiges Musikinstrument ansahen.
- ↑ Dave Thompson: Phil Spector: Wall Of Pain. Omnibus Press, 2010, ISBN 978-0-85712-216-2 (google.de [abgerufen am 25. August 2025]).
- ↑ Arnold Shaw, Dictionary of American Pop/Rock, 1982, S. 406
- ↑ gussie5555: Phil Spector's Wall Of Sound. 29. April 2008, abgerufen am 25. August 2025.
- ↑ Classic Tracks: The Ronettes 'Be My Baby'. Abgerufen am 25. August 2025.