Wassermasse

Als Wassermasse wird in der Ozeanographie ein eindeutig identifizierbares großes Volumen Wasser im Ozean bezeichnet. Wassermassen zeichnen sich durch ihre spezifische Konzentration von Tracern aus, die ihre Dichte bestimmen und durch ihre Entstehungsgeschichte geprägt sind. Beispiele sind Salzgehalt, Temperatur, Sauerstoff- oder FCKW-Konzentration. Sie werden anhand dieser Merkmale (Temperatur-Salinitäts-Diagramme, TS-Diagramme) klassifiziert und helfen Ozeanographen, Strömungen zu studieren, indem sie deren Bewegung und Vermischung verfolgen. Im Zentrum stehen dabei Temperatur und Salzgehalt, aus denen sich über eine Zustandsgleichung die Dichte ableiten lässt.

Wassermassen behalten über lange Zeiträume charakteristische Signaturen, die ihre Identifikation ermöglichen. Diese relative Stabilität bildet die Grundlage für die Wassermassenanalyse und die Klassifikation unterschiedlicher Wasserkörper. Das Temperatur-Salzgehalts-Diagramm (T-S-Diagramm) ist eines der grundlegendsten Werkzeuge zur Beschreibung und Identifikation von Wassermassen. Es stellt die Beziehung zwischen Temperatur und Salzgehalt dar und ermöglicht die Lokalisierung von Extrema, die bestimmte Wassermassen markieren.

  1. Matthias Tomczak, J. Stuart Godfrey (2003): Regional Oceanography: An Introduction (2. Auflage). Daya Publishing House, Delhi 1994. ISBN 978-0-08-041021-0.
  2. 1 2 W. J. Emery (2003): Water Types and Water Masses. In: John H. Steele (Hrsg.): Encyclopedia of Ocean Sciences (Second Edition). Academic Press, 2001. ISBN 978-0-12-374473-9, Bd. 6, S. 291–299. DOI:10.1016/B978-012374473-9.00108-9.