Wasserturm am Czernyring

Der Wasserturm am Czernyring ist ein denkmalgeschützter Wasserturm in der Heidelberger Bahnstadt.

Als die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen in Heidelberg einen Güter- und Rangierbahnhof bauten, wurde für die Wasserversorgung 1907 durch die Bauunternehmung Wayss & Freytag der Wasserturm am Czernyring errichtet. Er wurde als erster der Badischen Staatsbahn in Eisenbeton-Skelettbauweise nach dem System Hennebique gebaut.

Am Wasserturm wurden einst Dampfloks mit Wasser über einen Wasserkran aufgefüllt. Die Betankung von Zügen mit Wasser durch Wassertürme funktionierte über das Prinzip der Schwerkraft und des hydrostatischen Drucks. Wassertürme speicherten Wasser in großer Höhe, sodass die Schwerkraft das Wasser mit ausreichendem Druck durch einen Wasserkran über eine seitliche Auslegerröhre in die Einfüllöffnung des Eisenbahntanks drückte. Dieser Druck ermöglichte ein schnelles Befüllen der Züge, um die Betriebsunterbrechung zu minimieren. Dampflokomotiven benötigten fortlaufend Wasser, um Dampf zur Fortbewegung zu erzeugen. Wassertürme waren strategisch entlang der Bahnstrecken platziert, um eine schnelle und kontinuierliche Versorgung mit Wasser sicherzustellen.

Der denkmalgeschützte Wasserturm wurde 1997 stillgelegt. Ab Dezember 2023 wurde der Wasserturm saniert und für eine künftige Nutzung als Gastronomiebetrieb erweitert. Privater Investor ist der Heidelberger und ehemalige Hoffenheimer Fußballprofi Lukas Rupp. Das Landschafts- und Forstamt der Stadt Heidelberg gestaltet rund um den Turm und seinen Anbau einen kleinen Platz, der ab März 2026 der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Ein Teil des Platzes dient künftig für die Außengastronomie des Wasserturms. Die Fertigstellung des Platzes ist für März 2026 geplant. Die Fläche wird von Trockenmauern mit mehreren Sitzbänken eingefasst und mit Stauden, Gräsern und Gehölzen bepflanzt. Der Platz liegt etwa 75 Zentimeter tiefer als das umgebende Gelände und wird über eine Treppe sowie eine Natursteinrampe barrierefrei erreichbar sein. Zur Vermeidung einer Überflutung des Grundstückes und der Gebäude bei Starkregenereignissen ist ein unterirdischer Speichertank mit einem Volumen von circa 25.000 Litern vorgesehen.

Die ehemalige abstrakt-florale Bemalung erinnert an den Stil der Wiener Sezession. Nach der Sanierung ist diese nicht mehr vorhanden. Der stillgelegte Turm konnte zeitweise für Veranstaltungen gemietet werden.