Wehrpflichtkrise von 1944

Die Wehrpflichtkrise von 1944 war eine politische und militärische Krise, die sich in Kanada während des Zweiten Weltkriegs als Folge der Einführung der Wehrpflicht ereignete. Sie hatte ähnliche Ursachen wie die Wehrpflichtkrise von 1917, die politischen Folgen waren jedoch weitaus weniger gravierend. Der kanadische Premierminister Mackenzie King (von 1935 bis 1948) hatte im Wahlkampf 1940 versprochen, auf die Wehrpflicht zu verzichten. Zwei Jahre später setzte die Regierung eine Volksabstimmung zu dieser Frage an. Die Wehrpflicht wurde von den Anglokanadiern mit großer Mehrheit angenommen, während die Frankokanadier sie ebenso deutlich ablehnten. Eingeführt wurde die Wehrpflicht schließlich Ende 1944, aber nur sehr zögerlich. Letztlich gelangten nur 2463 wehrpflichtige Soldaten an die Front am Boden, womit diese Maßnahme aus militärischer Sicht kaum Bedeutung hatte.