Weigui Fang
Weigui Fang (chinesisch: Fang Weigui 方维规, pinyin: Fāng Wéiguī; * 1957 in Shanghai, Volksrepublik China) ist ein chinesischer Komparatist, Sinologe und Literatur-Übersetzer. Die Neue Zürcher Zeitung nennt ihn kurz „Literaturwissenschaftler“ (NZZ, 6. Aug. 2004). Für den bekannten Sinologen Wolfgang Kubin ist Weigui Fang ein „hochtalentierter Sinologe“. Karl-Heinz Pohl lobt die Übersetzung von 150 Gedichten des klassischen chinesischen Dichters Bai Juyi und spricht in seinem Vorwort zu dem Buch Den Kranich fragen von Fangs „souveräne[r] Übersetzungskunst“. Fang ist Distinguished Professor (sowie Changjiang Scholar) an der Beijing Normal University (BNU) in Peking. sowie Direktor des Center for Literature and the History of Ideas an der BNU. Weigui Fang zählt zudem zu den wichtigsten Spezialisten für historische Semantik in China. Seine Forschung über das sich wandelnde Bild Chinas in der deutschen Literatur fand Beachtung bei vielen Kollegen, so z. B. bei Marie Dollé and Geneviève Espagne (Universität Amiens).
- ↑ Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2007: Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart, 21. Ausgabe, De Gruyter/Saur, Berlin/Boston/New York 2007, ISBN 3-598-23616-6.
- ↑ Wolfgang Kubin bestätigt Fangs Rolle als „Sinologe“. (Wolfgang Kubin, Rezension des von Fang herausgegebenen Buchs Den Kranich fragen. 155 Gedichte von Bai Juyi, in: ORIENTIERUNGEN. Zeitschrift zur Kultur Asiens, # 1/2007, S. 129–130.) – In Kürschners Deutschem Gelehrten-Kalender findet sich die folgende Angabe über Fangs Forschungsschwerpunkte: „Vergleichende Literaturwissenschaft; moderne chinesische Kultur und Literatur; Sprachwandel des Chinesischen (Historische Semantik); chinesische Medien“.
- ↑ Siehe Wolfgang Kubins Rezension des von Fang herausgegebenen Buchs Den Kranich fragen. 155 Gedichte von Bai Juyi, ebenda, S. 129.
- ↑ Siehe Karl Heinz Pohl, „Vorwort“, in: Weigui Fang, Den Kranich fragen, 155 Gedichte von Bai Juyi. Göttingen: Cuvillier Verlag 1999, p.1. – Der Dichter und Sinologe Wolfgang Kubin spricht der Übersetzung ebenfalls eine hohe Qualität zu: „Der Ton […] kommt dem Original erstaunlich nahe“ (W. Kubin, Rezension von Den Kranich fragen. 155 Gedichte von Bai Juyi, ebenda.).
- ↑ Siehe den Text „Fang Weigui 方维规“, veröffentlicht von der Abteilung für Chinesische Sprache und Literatur (School of Chinese Language and Literature) der Beijing Normal University (BNU), auf der BNU website Archivierte Kopie ( des vom 29. Juni 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Besucht am Nov 23, 2017.
- ↑ Er ist nicht nur in China, sondern auch im Ausland bekannt für seine Veröffentlichungen über Sprachwandel und die historische Entwicklung neuer Begriffe. So lobte die Zeitschrift Archiv orientální / Quarterly Journal of African and Asian Studies (Bd. 71, Nr. 1, Februar 2003, S. 209. - ISSN 0044-8699), veröffentlicht vom Oriental Institute der Akademie der Wissenschaften in Prague, Fangs Aufsatz „Yi, yang, xi, wai and other terms: The Transition from 'Barbarian' to 'Foreigner' in Late Imperial China“, z. B. mit den Worten: „This study is an outstanding example of the role of lexicology […].“ (Auf Deutsch: „Diese Untersuchung ist ein hervorragendes Beispiel für die Rolle der Lexikologie“ – wenn dieselbe so kompetent praktiziert wird wie in dem besagten Beitrag Weigui Fangs.) Ebenso wie ähnlich historisch-semantisch orientierte Artikel von Fang wurde der Aufsatz in zahlreichen Büchern herangezogen, so von R.J. Smith in: Richard J. Smith, The Qing Dynasty and Traditional Chinese Culture. Lantham; Boulder; New York; London: Rowman & Littlefield, 2015. ISBN 978-1-4422-2192-5; ISBN 978-1-4422-2194-9, und von Sufen Sophia Lai in ihrem Text „Racial Discourse and Utopian Visions in Nineteenth Century China“, in: Rotem Kowner and Walter Demel (eds), Race and Racism in Modern East Asia: Western and Eastern Constructions. Brill: Leiden, 2012, S. 327–350. ISBN 978-90-04-23729-2 (Hardback); ISBN 978-90-04-23741-4 (E-Book). Lai schreibt auf S. 344: „China took time to shed its ambivalent habit of using yi as a signifier for foreigners. as late as 1850, Chinese official documents still used the term yi for referring to foreigners. According to Fang Weigui's study of the ‚transitional phenomenon‘ of gradually replacing yi with other terms, the usage of yi declined after 1860.“ His contribution focused on the concepts of yi, yang, xi, and wai is also discussed in Monumenta Serica/Journal of Oriental Studies, Bd. 53 (2005), S. 254.
- ↑ Marie Dollé und Geneviève Espagne schreiben, dass „FANG WEIGUI […] explique qu’au XIXe siècle des personnalités de premier plan infléchissent nettement la réception allemande et française de la culture chinoise dans le sens du dédain et de la déformation. À la suite de Montesquieu, Rousseau, Herder qui, dès le XVIIIe siècle, avaient laissé entendre leurs voix discordantes au milieu d’un discours globalement sinophile, Hegel, Schelling et Marx donnent à leur pensée une orientation sinophobe. Marx voit l’Empire du Milieu comme le « repaire de la réaction et du conservatisme ». L’idée d’une Chine immobile, figée, privée des mouvements bénéfiques de l’Histoire se consolide à cette époque. Elle alimentera l’idéologie colonialiste tout au long des conflits qui opposeront les puissances occidentales à un pays désormais « ouvert », les deux Guerres de l’opium, la guerre des Boxers.“ Siehe: Entre France et Allemagne: Idées de la Chine au XIXe siècle. Sous la direction de Marie Dollé et Geneviève Espagne. Paris: Les Indes savantes, 2014, S. 9. ISBN 978-2-84654-282-1.