Weihrauch
Weihrauch (in spätmittelhochdeutschen Texten auch Weyrauch und ähnlich geschrieben, von mittelhochdeutsch/althochdeutsch wīhrou[c]h, heiliges Räucherwerk‘, ‚Weihrauch‘, ‚Boswellienharz‘; zu wīhen: ,heiligen, weihen‘) ist das luftgetrocknete Gummiharz, das von verschiedenen Boswellia-Arten gewonnen wird. Weihrauch wird nicht nur kultisch als Räucherwerk verwendet, sondern auch heilkundlich als Phytotherapeutikum. Der beim Verbrennen entstehende Rauch wird ebenfalls als Weihrauch bezeichnet. Weihrauchharz ist grobkörnig bis stückig und von durchscheinend braun-gelber bis rötlich-brauner Farbe. Andere Bezeichnungen sind Olibanum (ursprünglich ein sehr helles Weihrauchharz, lateinisch Thus album oder incensum album) sowie lateinisch Thus und incensum (englisch Frankincense).
- ↑ Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 485–486.
- ↑ Hans Eggers: Deutsche Sprachgeschichte. Bände I–IV, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1963–1977, Band I, 5. Auflage, 1970, S. 154.
- ↑ Hieronymus Brunschwig: Das buch der Cirurgia. Straßburg (Johann Grüninger) 1497, Blatt CXXVIII: „Thus daz ist wirouch ein gumi, und ist zweyerlei, einer wisser dan der ander. Der allerwissest heisset olibanum“.
- ↑ Dieter Martinetz, Karlheinz Lohs, Jörg Lanzen: Weihrauch und Myrrhe. Kulturgeschichte und wirtschaftliche Bedeutung; Botanik, Chemie, Medizin. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1989, ISBN 978-3-8047-1019-1, S. 13, 31, 39, 43–82, 101–139 und 181–183. Vgl. jedoch dazu die Rezension von Gundolf Keil in Spektrum der Wissenschaft. Heft 2, 1991, S. 126–127.
- ↑ Wilhelm Hassenstein, Hermann Virl: Das Feuerwerkbuch von 1420. 600 Jahre deutsche Pulverwaffen und Büchsenmeisterei. Neudruck des Erstdruckes aus dem Jahr 1529 mit Übertragung ins Hochdeutsche und Erläuterungen von Wilhelm Hassenstein. Verlag der Deutschen Technik, München 1941, S. 110 (Weihrauch, incensum: „[…] ein arabisch weiß, rund, feist Gummi, vom Baum libano fließend. […]“).
- ↑ Vgl. Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben. Niemeyer, Tübingen 2003 (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50), ISBN 3-484-36050-X, S. 400 (thus ‚Harz von Bowellia sacra Flueckiger, Weihrauch‘).
- ↑ Vgl. auch Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 208 (Olibanum – wyß wyrauch, ronder […] – wirouch, thus (Marginal: wyt wyruk): Gummiharz von Boswellia-Arten, besonders Boswellia carteri Birdw.)
- ↑ W. Blaschek, G. Schneider (Hrsg.): Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Band 2: Drogen A–K. Springer, Berlin 1998, ISBN 3-540-61618-7, S. 246.