Welsche Praktik
Welsche Praktik oder auch Italienische Praktik ist eine frühneuzeitliche Sammelbezeichnung für diverse Verfahren zur Erleichterung des kaufmännischen Rechnens („Rechenvorteile“). Sie stammten teils tatsächlich aus Venedig, dem Hauptumschlagplatz des Warenverkehrs, teils sind sie mathematisch so offensichtlich, dass sie an mehreren Orten gleichzeitig entwickelt werden konnten.
Das Wort „Welsche“ oder „Walhen“ bezeichnet ganz allgemein romanischsprachige Völker, hier speziell die venezianisches Italienisch sprechenden Kaufleute in Venedig.
Bei der Welschen Praktik handelt es sich meist um Vereinfachungen bei der Ausführung von Multiplikation und Division in kaufmännischen Anwendungen des Dreisatzes, beispielsweise: „a Mengeneinheiten kosten b Währungseinheiten. Wieviele Währungseinheiten kosten c Mengeneinheiten?“ Lösung: (b ∙ c) / a. Mögliche Vereinfachungen beruhen dabei auf den speziellen Zahlenwerten von a‚ b und c.
Dieser Artikel behandelt die Welsche Praktik in enzyklopädischer Kürze; Details finden sich in Quellen und Literatur.
- ↑ „Welsche Practick, Italienische Practick, Lat. Praxis Italica, wird in der Rechenkunst die Anweisung genennet, wie man sich bey dem Rechnen gewisser Vortheile bedienen könne, durch deren Beyhülffe man etwas besonders und kürtzer, oder wohl gar im Kopffe ausrechnen kan“ (Zedler: Universal-Lexikon. 1731–1754, Bd. 54, Sp. 1608).