Welthauptstadt Germania

Der Begriff Welthauptstadt Germania für Berlin wird seit der Nachkriegszeit verwendet, um die Machtansprüche des Nationalsozialismus als gigantomanisch zu kennzeichnen. Adolf Hitler hat die beiden Wörter dagegen nie gemeinsam verwendet; er sprach entweder von der „Reichshauptstadt“ oder von „Germania“. Mitarbeiter von Albert Speer führten den Begriff der „Reichshauptstadt Germania“ ein. Seitdem steht dieses Synonym für den Gesamtbauplan für die Reichshauptstadt, mit dem sie zum Mittelpunkt eines großgermanischen Weltreichs umgestaltet werden sollte.

Hitler hatte Speer den eigens geschaffenen Titel Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt (GBI) verliehen und unterstellte ihm die gleichnamige Behörde, mit der dieser den Umbau Berlins in Teilen durchführte.

Die direkten Bauarbeiten für die Umgestaltung begannen 1938 und wurden noch bis 1943 fortgesetzt. Infolge der deutschen Kapitulation 1945 kam es nie zur Vollendung. Einige im Stadtgebiet verteilte Probebauten und andere Spuren sind erhalten.

  1. Vgl. dazu Blatt 4233 aus dem Jahr 1936, sowie 1910–1994, in Karte auch unter Charlottenburger Chaussee, Suchwort: „Straße des 17. Juni“, X=22680, Y=20780.
  2. Tom Wolf, Manuel Roy, Roberto Sassi: Verborgenes Berlin. Hier: Hitlers und Speers ‚Welthauptstadt Germania‘. Jonglez Verlag, 2021, ISBN 978-2-36195-371-3, S. 192–197.