Weltreligion

Die Religionen und Weltanschauungen können in wenige größere Gruppen geteilt werden. Die Religionen mit den meisten Anhängern sind Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus; ein großer Anteil ist auch konfessionslos. Die großen Religionen werden eingeteilt in abrahamitisch, abgeleitet von Abraham, wo man an einen Gott glaubt, und dharmischen Religionen, abgeleitet von Dharma, wo man meist an mehrere Götter glaubt.

In der europäischen Wissenschaft der Neuzeit setzte sich zunehmend die Praxis durch, Religionen in größere Gruppen zu ordnen und vergleichend zu typisieren. Bis ins frühe 20. Jahrhundert war in der Religionswissenschaft zudem ein evolutionistisches Stufensystem verbreitet, das Religionen von als animistisch gedeuteten „Naturreligionen“ über Volks- bzw. Nationalreligionen bis zu (als universal geltenden) Weltreligionen einordnete; in solchen Modellen wurden insbesondere monotheistische Religionen mit einem zunehmend entmaterialisierten und transzendent gedachten Gottesbegriff verbunden.

  1. Tomoko Masuzawa: The invention of world religions, or, How European universalism was preserved in the language of pluralism. University of Chicago Press, Chicago 2005, ISBN 978-0-226-50988-4.
  2. Christoph Auffarth, Hubert Mohr: Religion. In: dieselben, Jutta Bernard (Hrsg.): Metzler Lexikon Religion. Gegenwart – Alltag – Medien. Bd. 3, J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2005, ISBN 978-3-476-02070-3, S. 162.