Wenzel Buhle

Wenzel (Wenceslaus) Buhle (* 8. Februar 1619 in Breslau; † Ende August 1685) war ein Leipziger Rauchwarenhändler und Stifter in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Wenzel Buhle stammte aus Breslau. Ein Mitglied der Familie Buhle blieb dort weiter im Pelzgewerbe tätig; zu Wenzels Lebzeiten, jeweils in den Jahren 1671 und 1680, hat sein Bruder Jacob Buhle dort in seiner Innung ein Amt als Kürschnerältester des Zechamts angetreten. Jacob Buhle, ebenfalls ein gebürtiger Breslauer, war nach Leipzig gewandert und hatte dort seine Meisterprüfung abgelegt. Er blieb nicht als Zunftmeister in Leipzig, sondern ging zurück nach Breslau, heiratete die Tochter des dortigen Bauschreibers und führte dort sein Handwerk aus. Breslau, eine auch im Rauchwarenhandel bedeutende Handelsstadt in Schlesien, hatte durch eine Pestepidemie in den zuvor liegenden Jahren 18.000 von 40.000 Bürgern verloren.

Im für den Fellhandel noch bedeutenderen Leipzig, das vor allem auch ein weltweiter Handelsplatz für Pelzfelle aus Osteuropa war, hatte sich der „Rauchhändler“ Wenzel Buhle erfolgreich niedergelassen.

Als die Pest 1680 auch in Leipzig wütete, gründeten „12 wackere und gelehrte Leute“ ein Konsortium, unter ihnen Wenzel Buhle. Sie setzten sich zur Aufgabe, einander und den Kranken zu helfen, im schlimmsten Fall für ein Begräbnis zu sorgen und den Hinterbliebenen beizustehen. Noch im Jahr 1680 starben von den 15.000 Einwohnern Leipzigs 4000 an Cholera und Pest, darunter acht der (im Jahr 1663 nachgewiesenen) 68 Kürschnermeister. Das „Consortio“ bestand noch 1713, beim Ableben des letzten Gründungsmitglieds.

  1. Fritz Wiggert: Entstehung und Entwicklung des Altschlesischen Kürschnerhandwerks mit besonderer Berücksichtigung der Kürschnerzünfte zu Breslau und Neumarkt. Breslauer Kürschnerinnung (Hrsg.), 1926, S. 187–188, 333 (→ Buchdeckel und Inhaltsverzeichnis).
  2. Adam Friedrich Glafeys: Kern der Geschichte des Hohen Chur- und Fürstlichen Hauses zu Sachsen. S. 650–654. Abgerufen am 31. März 2020.
  3. Walter Fellmann: Der Leipziger Brühl. VEB Fachbuchverlag, Leipzig 1989, S. 26.