Werner-Komplexe

Werner-Komplexe sind Koordinationsverbindungen mit einem Übergangsmetallion als Zentralatom und Liganden wie Ammoniak, Wasser oder Halogenidionen, die über ihre freien Elektronenpaare an die Metalle binden. Sie bilden die klassische Form von Komplexen, die auf Alfred Werners bahnbrechender Theorie aus dem Jahr 1893 basieren. Sein Konzept bildet die Grundlage der Koordinationschemie, auf der ein großes Teilgebiet der Anorganischen Chemie aufgebaut ist. Werner standen zunächst keine Methoden zur Verfügung, die eine direkte Strukturaufklärung ermöglicht hätten. Die Bestimmung der Komplexkonfiguration gelang ihm mithilfe einfacher, indirekter Methoden wie der Bestimmung der Anzahl der Isomere, der Kryoskopie und der Leitfähigkeitsmessung.

Die Bildung der Werner-Komplexe kann mit dem Lewis-Säure-Base-Konzept beschrieben werden. Dabei reagiert ein Metallion, das zu den Lewis-Säuren zählt, wie etwa Co(III), mit einem zu den Lewis-Basen zählenden Molekül oder Ion mit mindestens einem freien Elektronenpaar zu einem Komplex. Werner wurde „in Anerkennung seiner Arbeiten über die Verknüpfung von Atomen in Molekülen, durch die er ein neues Licht auf frühere Untersuchungen geworfen und neue Forschungsgebiete, insbesondere in der anorganischen Chemie, erschlossen hat“ im Jahr 1913 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.