Wetteldorfer Richtschnitt

Wetteldorfer Richtschnitt

Der Wetteldorfer Richtschnitt ist ein künstlicher geologischer Aufschluss in der Nähe des Schönecker Ortsteils Wetteldorf in der Eifel. Als GSSP, das heißt die internationale Referenz, für die geologische „Zeitgrenze“ zwischen Emsium und Eifelium, die zugleich auch die Grenze zwischen Unter- und Mitteldevon ist, besitzt er eine herausragende geologische Bedeutung. Seine Geschichte ist eng mit dem Senckenberg-Institut in Frankfurt am Main verknüpft. Der Wetteldorfer Richtschnitt war der erste der beiden verbindlich festgelegten und allgemein anerkannten GSSPs in Deutschland. Der andere ist seit 2021 der Kalksteinbruch Salzgitter-Salder (Turonium-Coniacium-Grenze).

Der Referenzpunkt für die Liegendgrenze (Basis) des Eifeliums befindet sich 21,25 Meter oberhalb der Profilbasis im oberen Teil der Heisdorf-Formation, 1,9 Meter unterhalb der Basis der Lauch-Formation, in einer rund 5 Zentimeter mächtigen crinoiden­führenden Kalkstein-Schicht unmittelbar unterhalb der Bentonit-Lage „Horologium II“. Er ist biostratigraphisch gekennzeichnet durch das erstmalige Auftreten (englisch first appearance date, FAD) der Conodonten-Unterart Polygnathus costatus partitus im Fossilbericht. Das FAD des Conodonten Icriodus corniger retrodepressus liegt knapp oberhalb dieser Grenze.

    1. 1 2 3 S. 105–106