Whodunit

Die klassische Detektivgeschichte vor allem des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist ein Whodunit (auch whodunnit, [huːˈdʌn.ɪt] ) – die Bezeichnung ist eine Verballhornung des englischen „Who’s done it?“ (dt.: „Wer hat es getan?“). Nach der auf den ersten Seiten des Romans beschriebenen Entdeckung eines Verbrechens wird die Identifizierung des Täters zum zentralen Thema der Erzählung: „Aus Frage und Antwort besteht die Anatomie des Detektivromans.“ Ein Whodunit ist eines von mehreren Genres oder Haupttypen des Kriminalromans.

Für einen klassischen Whodunit müssen im Allgemeinen folgende Merkmale erfüllt sein:

  • Der Schauplatz ist oft abgeschnitten von der Außenwelt oder der Justiz. Der Mord geschieht beispielsweise auf einem Landsitz der englischen Gentry oder in einem eingeschneiten Hotel oder einer durch einen Sturm vom Festland abgeschnittenen Insel.
  • Es gibt nur eine begrenzte Zahl von Verdächtigen, die vor dem Mord in engen und konfliktreichen Beziehungen zum Opfer standen. Bei einem locked room mystery ist diese Situation noch zugespitzt, weil zuerst scheinbar niemand ernsthaft verdächtigt werden kann.
  • Am Ende wird der Fall vollständig durch meist logische Schlussfolgerungen der Ermittlerin oder des Ermittlers und in Anwesenheit der Verdächtigen für das „Publikum“ entschlüsselt, der Mörder enttarnt.

Die folgenden Erläuterungen beziehen sich auf Literatur, werden aber auch auf Filme und Fernsehserien übertragen.

  1. Whodunit – Aussprache in amerikanischem und britischen Englisch nach dem Cambridge Dictionary.
  2. Richard Alewyn: Anatomie des Detektivromans, in: Jochen Vogt (Hrsg.): Der Kriminalroman: Poetik, Theorie. Geschichte, München, S. 54 ff.