Wildes Gestüt

Als Wildes Gestüt, auch Wildbahngestüt, bezeichnete man eine Pferdezucht auf für die damalige Landwirtschaft unattraktivem Ödland oder naturbelassenen Flächen, häufig mit Wald, unter Aufsicht von Hirten, wo sich Pferde ohne züchterische Lenkung vermehrten oder nur die eingesetzten Hengste einer Auswahl unterlagen.

In wilden Gestüten wurden in der Regel leichte Pferde fürs Militär und für den landwirtschaftlichen Bedarf gezüchtet. Beispiele für diese Zuchten sind die wilden Gestüte des Deutschritterordens, in denen der Vorläufer des Trakehners – der Schweike – gezüchtet wurde, aber auch das wilde Gestüt auf der Senne, das die Grundlage des Senner Pferdes war. Diese wilden Gestüte stellten bis ins 18. Jahrhundert hinein eine wichtige Basis zur Deckung des Grundbedarfs an Pferden dar. Erst der gezielte Aufbau von Land- und Staatsgestüten legte die Basis zu einer breit angelegten, qualitativ hochwertigen Zucht, wie wir sie heute kennen.

  1. Mario Titze, Thomas Lang, Insa Christiane Hennen: Das einstige kurfürstlich-sächsische Hofgestüt Bleesern bei Wittenberg - Pferdezucht, Tiermedizin und innovative Baukunst im 15. bis 18. Jahrhundert. In: Deutsches Tierärzteblatt. Band 69, Nr. 2, Februar 2021, S. 162–167 (verwaltungsportal.de [PDF; abgerufen am 22. Mai 2024]).
  2. Nadja Naumann: Bleesern – fast vergessen, Hofgestüt der Kurfürsten von Sachsen und seine wechselvolle Geschichte. In: Pferdesport Journal. Nr. 1, 2025, S. 68–71 (verwaltungsportal.de [PDF; abgerufen am 22. Mai 2025]).