Wilfried Stroh
Wilfried Stroh (* 26. Dezember 1939 in Stuttgart; † 15. Juli 2025 in Freising), lateinisch auch Valahfridus, war ein deutscher Klassischer Philologe.
Wilfried Stroh studierte ab 1959 in Tübingen, Wien und München Klassische Philologie und wurde 1967 in Heidelberg promoviert, wo er sich nach Forschungsaufenthalten in London, Straßburg und Münster 1972 habilitierte. Von 1972 bis 1976 war er Dozent und außerplanmäßiger Professor an der Universität Heidelberg, seit 1976 ordentlicher Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er 2005 emeritiert wurde.
Stroh war unter anderem bekannt für seine Bemühungen um das Latein als lebendige Sprache. So ist das „Colloquium Latinum“ eine wöchentlich stattfindende Veranstaltung an der Universität München, in der ausschließlich in lateinischer Sprache ein lateinischer Text besprochen wird. Daneben beschäftigte er sich mit antiker Rhetorik (Cicero) und erotischer Literatur (Ovid) sowie der lateinischen Metrik. Stroh war ferner Experte für Jakob Balde, den „deutschen Horaz“, einen jesuitischen Schriftsteller der Barockzeit. Seit 1984 war er Vorsitzender des Vereins Sodalitas Ludis Latinis faciundis e. V. (sinngemäße Übersetzung ins Deutsche: Verein zur Pflege des Lateins als gesprochene Sprache). Einige seiner in lateinischer Sprache gehaltenen Vorlesungen sind in Tonmitschnitten im Internet zugänglich. Stroh erhielt den Ausonius-Preis für 2012 zugesprochen.
- ↑ Wilfried Stroh Valahfridus. In: trauer.sueddeutsche.de. 19. Juli 2025, abgerufen am 22. Juli 2025.
- ↑ Wilfried Stroh (Valahfridus): Tonmitschnitte von lateinsprachigen Vorlesungen auf Stroh.userweb.mwn.de.
- ↑ Vgl. auch Rom, so fern wie der Mond = News & Stories, 1. April 1991, Sat.1 (Alexander Kluge im Gespräch mit Heiner Müller und Wilfried Stroh) – Transkription auf Kulturgeschichte im Dialog.