Wilhelm Bruner
Wilhelm Bruner (geboren 19. Januar 1875 in Vohenstrauß; gestorben nach 1939) war ein deutscher Richter, der zur Zeit des Nationalsozialismus beim Volksgerichtshof zwischen 1934 und 1936 geschäftsführender Präsident war und von 1936 bis 1939 Vizepräsident des Reichsgerichts.
- ↑ Bruners Zeit als Richter in München, Berlin und Leipzig verlief für die deutsche Historiografie des Nationalsozialismus unspektakulär. Sein Name kommt in den eintausend Seiten des ersten Standardwerkes über den Volksgerichtshof von Walter Wagner überhaupt nicht vor. Für die Normalität der Verfolgung Andersdenkender und Oppositioneller in der Justiz der Weimarer Republik und während der Errichtung des nationalsozialistischen Terrorregimes war in den bisherigen Darstellungen noch kein Platz: vor dem Terror, der noch folgte, nimmt sich die Unrechtsjustiz 1933 bis 1939 „anscheinend“ gering aus. So erfolgt auch eine Bewertung der Anfänge des Volksgerichtshofs bis 1934 bis 1936 bei Wagner und Gruchmann als „milde“.