Willkommen bei den Sch’tis

Film
Titel Willkommen bei den Sch’tis
Originaltitel Bienvenue chez les Ch’tis
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2008
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Dany Boon
Drehbuch Dany Boon
Alexandre Charlot
Franck Magnier
Produktion Claude Berri
Jérôme Seydoux
Musik Philippe Rombi
Kamera Pierre Aïm
Schnitt Luc Barnier
Julie Delord
Besetzung
Synchronisation

Die Filmkomödie Willkommen bei den Sch’tis (Bienvenue chez les Ch’tis) aus dem Jahr 2008 ist mit über 20 Millionen Kinobesuchern der bislang erfolgreichste französische Film in Frankreich. Auch die DVD-Verkäufe und Zuschauerresonanz bei der Fernsehausstrahlung zeugten von ihrer Beliebtheit. Es handelt sich um die zweite Regiearbeit des Komikers Daniel Hamidou, besser bekannt unter dem Pseudonym Dany Boon, der eine der beiden Hauptrollen spielt. Kad Merad gibt die andere Hauptfigur, einen Filialleiter der Post aus Südfrankreich, der strafweise in die nördliche Region Nord-Pas-de-Calais versetzt wird. Wie so manche Südfranzosen hat er zunächst Vorurteile über den Norden und dessen Bewohner. Boon, der von dort stammt, zielte ausdrücklich darauf ab, dem Bild von der Rückständigkeit der Region entgegenzutreten. Die titelgebenden „(S)Ch’tis“ sind Sprecher des Ch’ti, eines Dialekts innerhalb der nordfranzösischen picardischen Sprache.

Die Kritik gestand dem Film Komik und Charme zu, sah aber einen wesentlichen Schwachpunkt des Unterhaltungsfilms im Drehbuch, teils auch im nicht realistischen Porträt der von Not geplagten Region. In Frankreich begleitete den Film eine Kontroverse, inwieweit er tatsächlich ein günstigeres Bild vom Norden schaffe. Zudem wurde festgestellt, dass sich die Erfahrung von Auswanderung, Fremdsein und Integration, die der Protagonist erlebt, innerhalb des letztlich vertrauten Rahmens der Nation abspielt und sich die anfänglich behaupteten Gegensätze von selbst in Luft auflösen.

In Deutschland, dem besucherstärksten Land außerhalb Frankreichs, verzeichnete die Komödie 2,3 Millionen Besucher. Bei der deutschen Synchronisation wurde für die Sch’ti-Figuren eigens ein fiktiver Dialekt erfunden. Die italienische Neuverfilmung Willkommen im Süden spielt hauptsächlich in Kampanien, folgt aber ansonsten eng dem Original.

  1. Freigabebescheinigung für Willkommen bei den Sch’tis. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, September 2008 (PDF; Prüf­nummer: 115 171 K).
  2. Alterskennzeichnung für Willkommen bei den Sch’tis. Jugendmedien­kommission.
  3. Die erfolgreichsten Filme in Frankreich seit 1945. In: Insidekino. Abgerufen am 6. März 2012.
  4. Hélène Heizmann: Willkommen bei den Sch’tis. In: Jürgen Heizmann (Hrsg.): Filmgenres. Heimatfilm International (= Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 19396). Reclam, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-15-019396-9, S. 162–167.