Wilmington Ten
Die Wilmington Ten (etwa: Die zehn aus Wilmington; auch Wilmington 10) waren neun junge schwarze Männer und eine weiße Frau, die 1971 in Wilmington (North Carolina, Vereinigte Staaten) zu Unrecht wegen Brandstiftung und Verschwörung verurteilt wurden. Die meisten erhielten Gefängnisstrafen von 29 Jahren und alle zehn verbrachten nahezu eine Dekade im Gefängnis, ehe eine Berufung erfolgreich war. Der Fall wurde international bekannt, da die verurteilten vielfach als politische Häftlinge angesehen wurden.
1976 griff Amnesty International den Fall auf und bot Rechtsanwälte für ein Berufungsverfahren gegen die Verurteilungen an. 1978 setzte Gouverneur Jim Hunt die Strafen der zehn Angeklagten herab. Im Verfahren Chavis gegen den Staat North Carolina von 1980 wurden die Verurteilungen durch ein Bundesberufungsgericht mit der Begründung verworfen, dass sowohl der Staatsanwalt als auch der vorsitzende Richter die Verfassungsrechte der Angeklagten verletzt hatten. Es gab aber kein neues Verfahren, da die Staatsanwaltschaft auf eine neue Anklage verzichtete. Erst 2012 wurden die Wilmington Ten, einschließlich der vier bereits verstorbenen, durch Gouverneurin Beverly Perdue begnadigt.
- ↑ Susan Franker, Vern E. Smith, Elliott D. Lee: US Political Prisoners? In: Newsweek. 31. Juli 1978, S. 23 (englisch, mit.edu [abgerufen am 14. Dezember 2007]).
- ↑ This Month in North Carolina History | February 1971 – The Wilmington Ten. In: North Carolina Collection. University of North Carolina at Chapel Hill, Louis Round Wilson Library, 2. Februar 2006, archiviert vom am 5. Februar 2006; abgerufen am 5. März 2005 (englisch).