Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters

Ein wichtiger Teil der akademisch-wissenschaftlichen Wirtschaftsgeschichte beschäftigt sich mit den Wirtschaftsformen im (europäischen) Mittelalter. Im Blick ist damit die Zeit nach dem Ende der Antike bis zum Spätmittelalter und weit darüber hinaus in die Frühe Neuzeit. Während in früheren Jahrzehnten hier sicherlich ein Schwerpunkt der Wirtschaftsgeschichte als auch der allgemeinen Geschichtswissenschaften lag, wird das Thema heute von deutlich weniger Lehrstühlen und Forschungseinrichtungen bearbeitet. An den deutschen Universitäten ist die Wirtschaftsgeschichte zum Teil in die allgemeine und fächerübergreifende Mittelalterforschung (Mediävistik) eingebunden. Lehrstühle und Professuren mit der Bezeichnung „Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters“ gibt es an deutschen Universitäten und Gesamthochschulen nur noch in Leipzig (den Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte von Markus A. Denzel), in Greifswald (für Mittelalterliche Geschichte/Hansegeschichte von Horst Wernicke) und in Kiel (für Wirtschafts- und Sozialgeschichte von Gerhard Fouquet). Gestrichen wurde er an der FU Berlin, andere wurden abgestuft, wie der in Bamberg, oder sie wurden auf das 19. und 20. Jahrhundert festgelegt, wie in Köln, Bonn oder Nürnberg.

Die meisten wurden in den Fakultäten oder Fachbereichen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften angesiedelt. Nur Wolfgang von Stromer († 1999, FU Berlin, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Mittelalters), in Bamberg für Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte, in Nürnberg-Erlangen für Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Gerhard Fouquet sind oder waren Inhaber einer Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Selten sind zudem erfolgreiche Kandidaturen mit entsprechendem Forschungsschwerpunkt, wie Klaus van Eickels in Bamberg.

  1. Vereinfachend nach: Franz Irsigler: (Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters (Memento vom 10. Juni 2007 im Internet Archive), PDF) von 2007, archive.org.
  2. Universität Köln
  3. Publikationen van Eickels zur Wirtschaftsgeschichte: Die Deutschordensballei Koblenz und ihre wirtschaftliche Entwicklung im Spätmittelalter, Marburg 1995; Quellen zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte des Archidiakonats und Stifts Xanten. Zweiter Band, hg. v. Friedrich Wilhelm Oediger, überarbeitet und ergänzt von Christine van Eickels und Klaus van Eickels (Die Stiftskirche des heiligen Viktor zu Xanten, Bd. VIII.2), Kevelaer 1994; Die Wachszinspflichtigen des St. Viktor-Stiftes zu Xanten, hg. von Friedrich-Wilhelm Oediger und Klaus van Eickels, Kevelaer 1991.