Wochenbett

Als Wochenbett oder (bereits mittelhochdeutsch belegt) Kindbett, früher auch Wochenstube, bezeichnet man die Phase nach einer Geburt (lateinisch Puerperium), auch Postpartalphase genannt, das heißt die Zeitspanne vom Ende der Entbindung mit dem Ausstoßen der Nachgeburt bis zur Rückbildung der anatomischen und physiologischen schwangerschafts- und geburtsbedingten Veränderungen, die typischerweise sechs bis acht Wochen dauert. Während dieser Zeit erholt sich die Mutter von Schwangerschaft und Geburt. Bei stillenden Müttern beginnt innerhalb von drei bis vier Tagen die Bildung von Muttermilch anstelle des zuvor produzierten Kolostrums. Eventuelle Geburtsverletzungen können in der Zeit des Wochenbettes heilen. Eine Mutter in den ersten Wochen nach der Geburt wird als Wöchnerin, früher auch als Kindbetterin bezeichnet. Die Bezeichnung Wöchnerin leitet sich vom älteren Sechswöchnerin ab.

  1. Robert Müllerheim: Die Wochenstube in der Kunst. Eine kulturhistorische Studie. Ferdinand Enke, Stuttgart 1904.
  2. Albrecht Pfleiderer, Meinert Breckwoldt, Gerhard Martius (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Sicher durch Studium und Praxis. 4. Auflage. Thieme, Stuttgart / New York 2001, ISBN 3-13-118904-5, S. 436–438.