Wolfgang Giese (Historiker)
Wolfgang Heinrich Martin Giese (* 6. Februar 1939 in Regensburg) ist ein deutscher Historiker.
Der Sohn eines evangelischen Dekans legte 1960 die Reifeprüfung am Melanchthon-Gymnasium Nürnberg ab und studierte von 1960 Geschichte und Germanistik zunächst in Erlangen und ab 1961/62 in München. Giese wurde in München bei Johannes Spörl über das Geschichtswerk des Richer von Reims promoviert. Im Jahr 1977 erfolgte seine Habilitation in München mit der Arbeit Der Stamm der Sachsen und das Reich in ottonischer und salischer Zeit. Giese war zunächst als Assistent in München tätig. Von 1980 bis zu seinem Ruhestand 2004 lehrte er als Professor mittelalterliche Geschichte an der Universität München. Giese übernahm vielfältige Aufgaben in der akademischen Selbstverwaltung. Er war zeitweilig Vorsitzender der Graduiertenförderungskommission und stellvertretender Vorsitzender des Promotionsausschusses sowie Mitglied im Fakultätsrat und Geschäftsführender Direktor des Historischen Seminars.
Seine Forschungsschwerpunkte sind Richer von Reims, die mittelalterliche Geschichtsschreibung, die Rolle Sachsens im mittelalterlichen Reich, die Probleme der Herrschaftsnachfolge in den mittelalterlichen Reichen sowie die Geschichte Venedigs und der Kreuzzüge. 2008 veröffentlichte er eine Biographie zu Heinrich I.
- ↑ Vgl. dazu die Besprechungen von Tilman Struve in: Historische Zeitschrift 232 (1981), S. 138–139; Gerhard Köhler in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung 98 (1981), S. 320; Herbert Zielinski in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 119 (1983), S. 450–452 (online); Matthias Werner in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 37 (1981), S. 379–380 (online).
- ↑ Vgl. dazu die Besprechungen von Stefan Schröder in: Mittelalter 16 (2011), S. 181–182; Claudia Moddelmog: in: H-Soz-Kult, 14. Mai 2008 (online); Rudolf Schieffer in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 65 (2009), S. 304 (online).