Wu-Experiment
Das Wu-Experiment wurde 1956 von der chinesisch-amerikanischen Physikerin Chien-Shiung Wu in Zusammenarbeit mit der Tieftemperaturgruppe des National Bureau of Standards durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass beim Betazerfall des Cobalt-60-Atomkerns die Parität nicht erhalten bleibt.
Das Experiment war im selben Jahr von Tsung-Dao Lee und Chen Ning Yang vorgeschlagen worden. Sie hatten sich mit dem Zerfall des K-Mesons befasst, der über die schwache Wechselwirkung erfolgt und unerklärliche Eigenschaften aufwies. Als Erklärung schlugen sie vor, dass bei der schwachen Wechselwirkung die Erhaltung der Parität verletzt sein könnte. Sie zeigten, dass keines der bisherigen Experimente eine solche Paritätsverletzung ausschloss (oder belegte).
Das Resultat erregte großes Aufsehen, denn es widersprach der zuvor meist als selbstverständlich vorausgesetzten Annahme, dass alle Naturgesetze spiegelsymmetrisch seien, also zum Beispiel für Rechtsdrehung und Linksdrehung gleichermaßen gelten müssten. Lee und Yang, nicht aber Wu, erhielten für die Entdeckung der Paritätsverletzung 1957 den Nobelpreis für Physik.
- ↑ C. S. Wu, E. Ambler, R. W. Hayward, D. D. Hoppes, R. P. Hudson: Experimental Test of Parity Conservation in Beta Decay. In: Physical Review. 105. Jahrgang, 1957, S. 1413–1415, doi:10.1103/PhysRev.105.1413 (englisch).