Geldjude

Zu den Stereotypen über Juden gehört das von den Geldjuden, den Wucherjuden, beziehungsweise den jüdischen Geldverleihern, allesamt Ethnophaulismen. Aus dem damit verbundenen Vorurteil von einer besonderen jüdischen Affinität zum Geld entwickelte sich der Mythos von der „jüdischen Finanzherrschaft“. Das Stereotyp wurde zum „Kapital der amerikanischen Ostküste“ sowie Beherrschung der Medien, der Weltwirtschaft und der Weltpolitik. Dies alles wurzelt in der Vorstellung vom mittelalterlichen Geldverleiher als Wucherer, der der christlichen Bevölkerung geschadet haben soll und aus dem dann der einflussreiche Bankier der Neuzeit wurde, der die Finanzgeschäfte an der Börse manipuliere. Lange war die Annahme verbreitet, dass Juden im Mittelalter aus anderen Berufen in den Geldhandel abgedrängt worden seien, worin sie dann ein Monopol besessen hätten; dies sei die Wurzel des Stereotyps gewesen. Diese Annahme gilt in der Geschichtswissenschaft als falsifiziert.

  1. Editorial (PDF; 0,4 MB) Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Rhein-Neckar, März 2019; abgerufen am 15. Aust 2020.
  2. Geld. JüdischeGeschichte.de; abgerufen am 9. August 2020.
  3. Wolfgang Geiger: „Geldverleiher“ gegen „Bankiers“ – Entstehung des Geldverkehrs und dessen Träger. Klischee und Wirklichkeit des Mittelalters. JüdischeGeschichte.de, AG Deutsch-Jüdische Geschichte im Verband der Geschichtslehrer Deutschlands; abgerufen am 15. August 2020.