Yamatai

Yamatai (japanisch 邪馬台国, -koku oder Yamaichi; kyūjitai 邪馬壹國, -koku) war der erste schriftlich erwähnte Zusammenschluss von 32 kuni (, hier Gemarkung) der Wa ( chin. ) auf dem japanischen Archipel. Yamatai stand bis 248 n. Chr. unter der Oberhoheit von „Königin“ Himiko. Es wird erstmals in einem Itinerar beschrieben, das Bestandteil des Wei Zhi Dongyi zhuan (chinesisch 魏志東夷傳, Pinyin Wèizhì Dōngyí zhuàn, W.-G. Wei-chih Tung-i-chuan, jap. 魏志東夷伝, Gishi tōiden, dt. etwa „Aufzeichnung der Wei: Kommentare („Beschreibung“) zu den Fremdlingen aus dem Osten („Ostbarbaren“)“) ist. Ungenauigkeiten und die Interpretation dieser Reisebeschreibung haben Generationen von Forschern beschäftigt. Bis heute wird die Frage diskutiert, wo genau Yamatai gelegen haben könnte und ob es ein Vorläufer oder gar identisch mit der späteren Keimzelle des japanischen Staates, Yamato, ist. Neben der Betrachtung historischer Quellen sind neuerdings auch archäologische Funde für die Lokalisierungsfrage relevant geworden.

  1. Die übliche Übersetzung „Land“, wie auch die englische Übertragung country wird hier gemieden, da sie eine Einheitlichkeit und Größe suggeriert, die fehlerhaft wäre. Es handelte sich eher um ein Territorium von wenigen hundert Quadratkilometern (in Anlehnung an Seyock 2004, S. 135).
  2. Das ursprünglich historische Zeichen Wa (jap. , chin. , , Jyutping Wo1) wurde aufgrund Homophonie in der japanischen Aussprache heute meist als Wa (jap. , chin. , , Jyutping Wo4) geschrieben, da das Kanji Wa () in der ursprünglich Bedeutung im Chinesischen neben „klein – in Körperbau“, auch die historische Bezeichnung für das Yamato-Volk aus dem japanischen Archipel, heute Japan, im alten China bedeutet.
  3. Königin ist hier nicht als Amtsbezeichnung für den Würdenträger eines souveränen Staates zu verstehen
  4. Der Begriff tō-i (jap. 東夷), Dōngyí (chin. 東夷, Tung-i) bedeutet eigentlich „Fremdlinge des Ostens“, wird aber oft mit „Babaren des Osten“ bzw. „Ostbabaren“ übersetzt.