Zäsur (Geschichte)

Eine Zäsur bezeichnet in der Geschichtswissenschaft einen markanten Einschnitt, also die Grenze zwischen zwei Epochen. Zäsuren sind damit ein zentrales Mittel der Periodisierung.

Auf anderen Ebenen geschichtlicher Entwicklung bezeichnet man merkliche Einschnitte durch Ereignisse, welche die weitere Entwicklung merklich beeinflussten, ebenfalls als Zäsur. So spricht man zum Beispiel von einer Zäsur in der Stadtgeschichte, in einer Firmengeschichte oder von einer Zäsur in der Laufbahn einer Person.

Zäsuren sind stets nachträgliche Konstrukte, da die Bedeutung von Ereignissen, die den Zeitgenossen revolutionär vorgekommen sein mögen, in der Rückschau oft als weniger einschneidend erscheinen. Der Historiker Martin Sabrow differenziert zwischen nachträglicher Deutungszäsur und zeitgenössischer Erfahrungs- oder Ordnungszäsur. Beide könnten durchaus miteinander in Spannung stehen.

  1. Manfred Berg: Der 11. September 2001 – eine historische Zäsur? In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History. Heft 3, Nr. 8 (2011), S. 463 (zeithistorische-forschungen.de [abgerufen am 23. Dezember 2019]).
  2. Martin Sabrow: Zäsuren in der Zeitgeschichte. Version 1.0. In: Docupedia-Zeitgeschichte. 3. Juni 2013, abgerufen am 23. Dezember 2019.