Zeitschriftenkrise

Als Zeitschriftenkrise wird im Bibliothekswesen das Problem bezeichnet, dass insbesondere seit Mitte der 1990er Jahre die Preise für wissenschaftliche Fachzeitschriften in den Bereichen Naturwissenschaft, Technik und Medizin (eng. Science, Technology, Medicine, kurz STM) stark anstiegen, während die Etats der Bibliotheken zur Erwerbung stagnierten oder rückläufig waren. Deshalb bestellten sie viele dieser Zeitschriftenabonnements ab. Dies wiederum führte zu weiteren Preiserhöhungen, weil die Verlage so die durch sinkende Abonnentenzahlen verursachten Einnahmeverluste auszugleichen versuchten. Dadurch entstand ein Teufelskreis, in dessen Verlauf der Zugriff auf aktuelle Forschungsinformationen für Wissenschaftler und andere interessierte Personen immer stärker eingeschränkt wurde. Als Reaktion auf die Zeitschriftenkrise wurden von Wissenschaftlern und Bibliothekaren die Bemühungen um Open Access begonnen. Auch das Erstarken von Schattenbibliotheken wird auf diese Krise zurückgeführt.

  1. Elmar Mittler Open Access zwischen E-Commerce und E-Science. Beobachtungen zu Entwicklung und Stand, ZfBB 54 (2007) 4-5, S. 163–169
    1. S. 163
  2. Dorothea Strecker: Schattenbibliotheken: Ein Krisensymptom der Wissenschaft. In: iRights – Kreativität und Urheberrecht in der digitalen Welt. 11. August 2017 (irights.info [abgerufen am 4. Januar 2018]).