Zitadelle von Lüttich
Die Zitadelle von Lüttich war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die zentrale Festung der strategisch wichtigen belgischen Stadt Lüttich in der Wallonie. Sie befindet sich im Stadtteil Sainte-Walburge, 111 Meter über dem Maastal am Zusammenfluss von Maas und Ourthe. Die erste Zitadelle wurde 1255 auf den Anhöhen über der Stadt erbaut. 1650 ließ Fürstbischof Maximilian Heinrich von Bayern sie in fünfeckiger Form wieder aufbauen. Diese Festung wurde kurz darauf von Frankreich zerstört und 1684 wieder aufgebaut. Während der Napoleonischen Kriege erhielt sie fünf Bastionen im Stil von Vauban.
Die Zitadelle war spätestens seit der Erfindung der Brisanzgranate 1890 veraltet. Belgien ließ den Festungsring Lüttich bauen; dieser hatte zwölf Forts. Die Zitadelle wurde weiter als Kaserne und als Kommandoposten verwendet. In den 1970er Jahren wurde die Zitadelle durch den Bau eines Krankenhauses auf dem Gelände weitgehend zerstört. Die südlichen Mauern sind erhalten. Ein Bereich auf der Nordseite ist ein Denkmal für Belgier, die in der Zitadelle von deutschen Besatzern im Ersten und Zweiten Weltkrieg hingerichtet wurden; auf der Südseite gibt es noch Bunker aus dem 20. Jahrhundert.
- ↑ angelehnt an einige Teile des Artikels fr:citadelle de Liège