Zoran Đinđić

Zoran Đinđić [ˈzɔran ˈdʑindʑitɕ]  (serbisch-kyrillisch Зоран Ђинђић; * 1. August 1952 in Bosanski Šamac, Jugoslawien; † 12. März 2003 in Belgrad, Serbien und Montenegro) war ein serbischer Politiker. Đinđić war Oberbürgermeister von Belgrad und von 2001 bis 2003 serbischer Ministerpräsident. Zudem war er mehrere Jahre Parteivorsitzender der Demokratska Stranka (DS).

Đinđić engagierte sich zunächst als Oppositionspolitiker gegen den langjährigen serbischen Machthaber Slobodan Milošević. Bei dessen Sturz durch einen friedlichen Aufstand am 5. Oktober 2000 nahm Đinđić eine Schlüsselrolle ein. Anschließend wurde er der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident Serbiens. Đinđić übernahm die Geschicke eines Landes, das durch die Jugoslawienkriege und die Bombardierungen durch die NATO verwüstet war und wirtschaftlich am Boden lag. Um das Land aus dieser Krise zu führen, strebte er eine Integration Serbiens in Europa an. Er galt als pragmatischer Politiker, der sich auch nicht davor scheute, Entscheidungen zu treffen, die ihm eigentlich widerstrebten, sofern sie aus seiner Sicht notwendig waren. Feinde machte er sich durch seinen Kampf gegen Korruption und das organisierte Verbrechen in Serbien. Auch die Auslieferung Miloševićs an das Den Haager Kriegsverbrechertribunal machte ihn bei vielen Serben verhasst. 2003 wurde Đinđić durch ein Attentat ermordet.