Österreich-Tragant

Österreich-Tragant

Österreich-Tragant (Astragalus austriacus)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Gattung: Tragant (Astragalus)
Art: Österreich-Tragant
Wissenschaftlicher Name
Astragalus austriacus
Jacq.

Der Österreich-Tragant (Astragalus austriacus „österreichischer Tragant“) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Tragant (Astragalus) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie ist von Südwest- über Mittel-, Südost-, Osteuropa, Sibirien und dem Kaukasusraum bis nach Mittelasien verbreitet.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Der Österreich-Tragant wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 20 bis 30, manchmal auch bis 50 Zentimetern. Der niederliegende bis aufsteigende und aufrecht-abstehend verzweigte Stängel ist stielrund bis vierkantig und beblättert. Sowohl Stängel als auch Laubblätter sind mit Kompassnadelhaaren besetzt (Indument).[1]

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind unpaarig mit fünf bis elf Paaren Fiederblättchen gefiedert und besitzen deutliche Endblättchen. Die Fiederblättchen sind bei einer Länge von 5 bis 15 Millimeter linealisch. Die Nebenblätter sind frei.[1]

Generative Merkmale

5 bis 25 abstehende bis nickende Blüten befinden sich in einem lockeren, traubigen Blütenstand. Das Deckblatt ist 0,5 bis 1 Millimeter lang.[1]

Die zwittrigen Blüten sind bei einer Länge von 5 bis 8 Millimetern zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchzähne sind stumpf-dreieckig und höchstens ein Viertel so lang wie die Kelchröhre. Die fünf Kronblätter sind hellblau-lila bis purpur-lila. Die Flügel sind deutlich ausgerandet und zweispaltig.[1]

Die Hülsenfrucht ist hängend.[1]

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[2]

Ökologie und Phänologie

Die Blühzeit dieses Hemikryptophyten reicht in Mitteleuropa von Mai bis Juni, manchmal bis September.[1]

Vorkommen und Gefährdung

Das Verbreitungsgebiet des Österreich-Tragant erstreckt sich von Südwest- über Mittel-, Südost-, Osteuropa, Sibirien und dem Kaukasusraum bis nach Mittelasien. Im deutschsprachigen Raum ist der Österreich-Tragant nur in Österreich heimisch.[3][4]

In Österreich sind zerstreute Vorkommen nur aus dem pannonischen Gebiet der Bundesländer Wien, Niederösterreich und dem Burgenland bekannt. Der Österreich-Tragant gedeiht in Österreich und angrenzenden Gebieten meist in Halbtrockenrasen in der collinen Höhenstufe. In Österreich gilt der Österreich-Tragant als „gefährdet“.[1]

Der Österreich-Tragant erreicht in den Kottischen Alpen Höhenlagen von 1200 bis 1400 Metern.[5]

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Astragalus austriacus erfolgte 1762 durch Nikolaus Joseph von Jacquin in Enumeratio stirpium plerarumque, quae sponte crescunt in agro vindobonensi, montibusque confinibus, Seite 263.[4]

Quellen

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 586.
  2. Astragalus austriacus bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. Astragalus austriacus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  4. a b Datenblatt mit Daten aus ILDIS World Database of Legumes 2010. bei Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  5. Gustav Hegi, Helmut Gams: Familie Leguminosae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, Band IV, Teil 3, S. 1425–1426. Verlag Carl Hanser, München 1964.
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