24-Stunden-Rennen von Paris 1927

Das 24-Stunden-Rennen von Paris 1927 war ein Langstreckenrennen für Automobile, das am 19. und 20. August 1927 auf dem Autodrome de Linas-Montlhéry bei Paris stattfand.

Vor dem Rennen

Das Rennen von 1927 war eines der in den 1920er Jahren in Frankreich etablierten Langstreckenrennen, die neben dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans stattfanden. Die Strecke von Linas-Montlhéry wurde 1924 eröffnet bestand sus einem Hochgeschwindigkeits-Oval. Ziel des Rennens war es, in 24 Stunden die maximale Distanz zu erreichen, wobei die Fahrzeuge nicht nur auf Geschwindigkeit, sondern auch auf ihre mechanische Zuverlässigkeit geprüft wurden. Dies war eine Ära, in der die Technik noch stark experimentell war, und das Rennen diente als prestigeträchtiger Test für die Automobilindustrie.

Das Rennen

Teilnehmer und Fahrzeuge

Das 24-Stunden-Rennen von Paris 1927 zog sowohl französische als auch internationale Teams an. Die Mehrheit der Fahrzeuge kam von renommierten Herstellern. Die Fahrzeuge waren in verschiedene Klassen nach Hubraum unterteilt, um den Wettbewerb auch für kleinere Teams und Fabrikate attraktiv zu gestalten. Die leistungsstärkeren Wagen traten in der Klasse über 2 Liter an, während kleinere Modelle mit weniger als 1,5 Litern Hubraum um Klassensiege kämpften.

Der Rennverlauf

Das Rennen begann am Mittag des 19. August und wurde von Anfang an von einem harten Wettbewerb geprägt. Die Teams kämpften nicht nur gegen ihre Konkurrenten, sondern auch gegen technische Defekte und den Verschleiß der Reifen und Bremsen auf der herausfordernden Strecke.

Am Ende des Rennens konnte das britische Bentley-Team Chenard-Walcker mit dem Fahrerduo Franck Clemet und George Duller als Sieger hervorgehen. Sie fuhren eine beachtliche Distanz von über 2500 Kilometern und setzten damit einen neuen Rekord für das Langstreckenrennen in Montlhéry. Der Sieg war ein wichtiger Erfolg für den britischen Automobilhersteller Bentley, der sich zu dieser Zeit als innovativer und leistungsstarker Wettbewerber im internationalen Rennsport etablierte.

Ergebnisse

Schlussklassement

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Fahrzeug Runden
1 + 3.0 2 Vereinigtes Konigreich Bentley Motors Ltd. Vereinigtes Konigreich Franck Clemet
Vereinigtes Konigreich George Duller
Bentley 4 ½ Litre 161
2 1.1 54 Frankreich Bollack, Netter et Cie Frankreich Michel Doré
Frankreich Fernand Pousse
B.N.C. 527 150
3 1.1 48 Frankreich Automobiles Lombard Frankreich Christian Charier
Frankreich Camille Royer
Lombard AL3 144
4 2.0 18 Frankreich Fabriques d’Automobiles de St. Ouen Frankreich Paul Gros
Belgien Barthélémy Bruyère
Fasto A3S 140
5= 2.0 16 Frankreich Fabriques d’Automobiles de St. Ouen Frankreich Pierre Mesnel
Frankreich Marcel Dhôme
Fasto A3S 138
5= 1.1 60 Frankreich Société des Automobiles à Refroidissement par Air Frankreich André Marandet
Frankreich Gaston Duval
S.A.R.A. BDE 138
7 1.5 32 Frankreich SA des Automobiles S.C.A.P. Frankreich Henri Guibert
Frankreich Albert Clément
Tracta A28 126
8 1.1 64 Frankreich Société Anonyme Française d’Automobiles Frankreich Devaud
Frankreich Pélissier
Amilcar 120
9 1.1 58 Frankreich Raymond Siran, Cyclecars D’Yrsan Frankreich Violette Morris
Frankreich Marquis Raymond Siran de Caranac
D’Yrsan Grand Sport 117
10 1.5 36 Frankreich Larroque
Frankreich Henri Louveau
Bugatti 105
Ausgefallen
11 2.0 20 Frankreich Automobiles Georges Irat SA Italien 1861 Goffredo Zehender
Belgien Joseph Reinartz
Georges Irat
12 1.1 46 Frankreich Automobiles Lombard Frankreich Lucien Desvaux
Frankreich Bassaud
Lombard AL3
13 1.5 34 Jean Graf
14 2.0 14 Frankreich Fabriques d’Automobiles de St. Ouen Frankreich Bosselin
Frankreich Tellusson
Fasto A3S
15 2.0 22 Frankreich Automobiles Th. Schneider Frankreich Jacques Chantrel
Frankreich René Schiltz
Théo Schneider 25SP Le Mans
16 2.0 24 Frankreich Automobiles Th. Schneider Frankreich Robert Poirier Théo Schneider 25SP Le Mans
17 1.5 30 Frankreich SA des Automobiles S.C.A.P. Frankreich Lucien Lemesle
Frankreich Fernand Vallon
Tracta A28
18 1.1 56 Frankreich R. H. Frankreich Jean Hébert
Frankreich Richard
R. H.

Nur in der Meldeliste

Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge, die ursprünglich für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen daran nicht teilnahmen.

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis
19 3.0 8 Frankreich Launay Ansaldo
20 1.5 38 Messier
21 1.5 40 Messier
22 1.1 50 Frankreich Pierre Clause
Frankreich Pierre Bussienne
G. M.
23 1.1 52 Frankreich Francois de Brémond
Frankreich Guy Bouriat
G. M.
24 1.1 62 Frankreich Jean Graf
Frankreich Vanderbilt
Jean Graf
25 1.1 66 Sénéchal

Klassensieger

Klasse Fahrer Fahrer Fahrzeug Platzierung im Gesamtklassement
+ 3.0 Vereinigtes Konigreich Frank Clement Vereinigtes Konigreich George Duller Bentley 4 ½ Litre Gesamtsieg
2.0 Frankreich Paul Gros Belgien Barthélémy Bruyère Fasto A3S Rang 4
1.5 Frankreich Henri Guibert Frankreich Albert Clément Tracta A28 Rang 7
1.1 Frankreich Michel Doré Frankreich Fernand Pousse B.N.C. 527 Rang 2

Renndaten

  • Gemeldet: 25
  • Gestartet: 18
  • Gewertet: 10
  • Rennklassen: 4
  • Zuschauer: unbekannt
  • Wetter am Renntag: unbekannt
  • Streckenlänge: 12,572 km
  • Fahrzeit des Siegerteams: 24:00,00,000 Stunden
  • Gesamtrunden des Siegerteams: 161
  • Gesamtdistanz des Siegerteams: 2012,500 km
  • Siegerschnitt: 83,670 km/h
  • Pole Position: unbekannt
  • Schnellste Rennrunde: unbekannt
  • Rennserie: zählte zu keiner Rennserie

Literatur

  • R. M. Clarke: Le Mans – die Bentley & Alfa Years 1923–1939. Brocklands Books 1999, ISBN 1-85520-465-7.
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