Asa'pili

Asa’pili ist eine Plansprache, die von Hans Widmer unter dem Pseudonym p. m. in seinem Werk bolo’bolo erfunden wurde. Einerseits dient sie als künstlerische Sprache, um seine Konzepte zu bezeichnen.[1] Andererseits sieht er sie als eine mögliche neutrale Universalsprache in der utopischen Gesellschaft, die er vorschlägt.[2]

Asa’pili besteht aus wenigen Grundwörtern, jedes durch ein Symbol wie folgt dargestellt.[3]

Symbol Aussprache Bedeutung
ibu ich, du, er, sie, es, man, Person, Individuum, Kind, Frau, Mann, Bürger, jemand, niemand
bolo Basis-Gemeinschaft, Nachbarschaft, Dorf, Stamm, Gemeinde, Kommune
sila Gastfreundschaft, Existenzgarantie, Hilfsverpflichtung, Toleranz, Sicherheit
taku Eigentumsbehälter, Privatbesitz, Geheimnis
kana Hausgemeinschaft, Großhaushalt, Jagdgruppe, Sippe, Großfamilie, Freundeskreis, Bande
nima Lebensweise, Tradition, Kultur, Religion, Philosophie, Stil, Ideologie, Trip
kodu Landwirtschaft, Natur, Nahrungsselbstversorgung, Ernährungsgrundlage
yalu Lebensmittel, Nahrung, Kochkunst, Gastronomie
sibi Handwerk, Kunst, Industrie, Werkzeuge, Produktion, Kreativität, Tätigkeit
pali Energie, Brennstoffversorgung, Heizung, Kühlung, Energiekreislauf
sufu Wasser, Wasserversorgung, Bäder, Brunnen
gano Gebäude, Wohnung, Baukunst, Zelle, Höhlen, Raum
bete Medizin, Gesundheit, Heilkunst, Vorsorge
nugo Selbstmordpille, Tod
pili Verständigung, Wissenschaft, Magie, Sprache, Medien, Lernen und Lehren
kene Fronarbeit, Auswärtsarbeit, Pflichtarbeit, Gemeinschaftsunternehmung
tega Quartier, Kleinstadt, Talschaft
dala Komitee, Ausschuss, Kommission, Rat, Versammlung, Sitzung, Tagsatzung
dudi Fremdvertreter, Störer, Spion, Beobachter
fudo Stadt, Bezirk, Einzugsgebiet, Bio-Region, Landschaft, Talschaft
sumi Region, Gegend, Sprachgebiet, Insel, Selbstversorgungsbereich
asa Erde, Menschheit
buni Geschenk, Gabe
mafa Gemeinschaftslager, Reservedepot, Gratiswarenhaus, Fahrzeug- und Werkzeugpool, Notvorrat
feno Tauschabkommen, Zusammenarbeitsvertrag, Lieferabkommen, Naturaltausch
sadi Markt, Messe, Jahrmarkt, Tauschzentrale, Börse
fasi Reise, Transport, Verkehr, Nomadenleben, Walz, Landstreicherei
yaka Streit, Krieg, Duell, Kampfkodex, Gewalt

Die Wörter werden vorzugsweise durch ihre Symbole dargestellt. Ein bestimmtes Alphabet ist nicht notwendig. Für die Artikulation wurden wenige Laute ausgewählt, die in vielen Sprachen vorhanden sind. Die Aussprache ist frei.[2]

Man kann Wörter zusammensetzen,[2] zum Beispiel:

  • asa'pili bedeutet Weltsprache.
  • bolo'bolo bedeutet Menge der bolos.

Die Entstehung der Wörter ist rein zufällig.[2] Allerdings wurde P.M. durch das Lautsystem der polynesischen Sprachen angeregt. Dort bedeutete bolo'bolo Kommunismus.[4]

Commons: Asa'pili-Symbole – Grafiken der Glyphen

Quellen

  • [P.M. 1995] P.M.: Bolo’bolo. 6. Auflage. Paranoia City, Zürich 1995, ISBN 3-907522-01-X (online).
  • [P.M. 2004] P.M.: (Über) bolo’bolo. European Institute for Progressive Cultural Policies, 2004, abgerufen am 5. Oktober 2011: „Rede von P.M. Transkription eines Videos von Oliver Ressler, aufgenommen in Zürich.“

Einzelnachweise

  1. Gemäß 1. Abschnitt der Rede [P.M. 2004]
  2. a b c d Gemäß Erläuterungen zu Asa'pili im Anhang von [P.M. 1995, S. 192–193]
  3. Die Tabelle stammt aus [P.M. 1995, S. 208–209]
  4. Gemäß 2. Abschnitt der Rede [P.M. 2004]