Atalanta (Händel)

Werkdaten
Originaltitel: Atalanta

Titelblatt des Librettos, London 1736

Form: Opera seria
Originalsprache: Italienisch
Musik: Georg Friedrich Händel
Libretto: unbekannt
Literarische Vorlage: Belisario Valeriani, La Caccia in Etolia (1715)
Uraufführung: 12. Mai 1736
Ort der Uraufführung: Theatre Royal, Covent Garden, London
Spieldauer: 2 ½ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Ätolien, in mythischer Zeit
Personen
  • Atalanta, Prinzessin von Arkadien unter dem Namen „Amarilli“, Geliebte des Meleagro (Sopran)
  • Meleagro, König von Ätolien unter dem Pseudonym „Tirsi“, Liebhaber Atalantas (Sopran)
  • Irene, ein Hirtenmädchen, Geliebte Amintas (Alt)
  • Aminta, ein Hirte, Liebhaber Irenes (Tenor)
  • Nicandro, Irenes Vater und Meleagros Vertrauter (Bass)
  • Mercurio (Bass)
  • Jäger, Hirten, Landvolk

Atalanta (HWV 35) ist eine Oper (Dramma per musica) in drei Akten von Georg Friedrich Händel. Sie erlebte ihre Uraufführung am 12. Mai 1736 im Theatre Royal, Covent Garden in London.

Entstehung

Aus den vorausgehenden Opernspielzeiten 1734 bis 1736 war Händel mit geschätzten 9.000 £ an Verlusten gegangen. Die Auseinandersetzungen und Anfeindungen in aristokratischen Kreisen, welche sich bis in das britische Königshaus fortsetzten und der erbitterte Konkurrenzkampf mit der rivalisierenden „Opera of the Nobility“ um den Komponisten Nicola Porpora hatten zermürbende Kraft.

Der wirtschaftliche Misserfolg und die zunehmende Missachtung seiner Opern bewogen Händel, über andere Wege nachzudenken. Daher führte er in der neuen Saison zunächst eine Serie von Oratorien auf: Am 19. Februar 1736 fand die erfolgreiche Uraufführung seines Alexander-Festes im Covent Garden statt, gefolgt von Wiederaufnahmen von Acis and Galatea sowie Esther. Diese Vorstellungen dauerten bis zum 14. April.[1]

Inzwischen erhielt Händel den Auftrag für die Komposition einer Hochzeitsoper zur Vermählung des ältesten Sohnes von König Georg II., dem Thronfolger Friedrich Ludwig von Hannover mit Prinzessin Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg am 27. April 1736.[1] Der Prinz war ein Liebhaber der schönen Künste und spielte selbst Cello, hatte allerdings auch für die „Adelsoper“ Partei ergriffen, weil er sich seinem Vater widersetzen wollte. Letztlich förderte er jedoch beide Parteien.

Händel komponierte abgesehen von der Oper Atalanta auch das Anthem Sing unto God (HWV 263) für die Hochzeitszeremonie. Außerdem erklang am Abend vor der Hochzeit wahrscheinlich eine von Händels Wassermusik-Suiten. Bei der Hochzeitsfeier am Tag darauf war eine „gewaltige Menschenmenge“ anwesend.[2]

Atalanta wurde, nach dreiwöchiger Kompositionsarbeit, am 22. April fertig. Händel hatte, wie gewöhnlich, das jeweilige Aktende mit dem Datum versehen: Fine dell Atto 1 | April 9. 1736.Fine dell Atto 2do | April 14. 1736.Fine dell’ Opera. G.F.H. April 22. 1736. Die ursprünglich für den 5. Mai geplante Uraufführung verzögerte sich um eine Woche, da die Arbeiten für die prächtige Szenerie der Inszenierung nicht rechtzeitig fertig wurden, so eröffnete Händel die Saison kurzerhand mit einer Wiederaufnahme des Ariodante.[1][3][4]

Uraufführung

Schließlich war es soweit: die Uraufführung von Atalanta zu Ehren der königlichen Vermählung fand am 12. Mai 1736 im Covent Garden Theatre. Es sangen:

Bei der Oper Atalanta handelt es sich um eine Pastorale, ein fast wie ein Maskenspiel angelegtes Stück, das dem Fürsten von Wales schmeicheln sollte. Die Aufführung glänzte durch aufwändige Kulissen und Maschinerie:[2]

“We hear Mr. Handel has compos’d a new Opera […] and as the Wedding was solemnized sooner than was expected, great Numbers of Artificers, as Carpenters, Painters Engineers. &c. are employed to forward the same, in order to bring it on the Stage with the utmost Expedition, and that several Voices being sent for from Italy, for that purpose, are lately arrived, who as we are informed, will make their first Appearance, in the Opera of Ariodante.”

„Wie wir erfahren, hat Händel eine neue Oper geschrieben […] und da die Hochzeit früher gefeiert wurde als erwartet, ist eine große Zahl von Handwerkern wie Schreiner, Maler, Ingenieure etc. damit beschäftigt, diese vorzubereiten, um sie so schnell wie möglich auf die Bühne zu bringen, und wir haben erfahren, dass einige aus Italien angeforderte Sänger kürzlich hier eingetroffen sind, die, wie uns gesagt wurde, erstmals in der Oper Ariodante auftreten werden.“

The London Daily Post, London, 29. April 1736[5][2]

Händels neuer Star war Gizziello, ein Sopranist, und aus London berichtete der Dichter Thomas Gray an Horace Walpole in Cambridge über die Geschehnisse:[2]

“It was hardly worth while to trouble you with a letter till I had seen somewhat in town; not that I have seen anything now but what you have heard of before, that is, Atalanta. There are only four men and two women in it. The first is a common scene of a wood, and does not change at all till the end of the last act, when there appears the Temple of Hymen with illuminations; there is a row of blue fires burning in order along the ascent to the temple; a fountain of fire spouts up out of the ground to the ceiling, and two more cross each other obliquely from the sides of the stage; on the top is a wheel that whirls always about, and throws out a shower of gold-colour, silver, and blue fiery rain. Conti I like excessively in everything but his mouth which is thus, [drawing]; but this is hardly minded, when Strada stands by him.”

„Es gab kaum Anlass, Euch mit einem Brief zu belästigen, bevor ich mich nicht ein wenig in der Stadt umgesehen hatte; nicht, dass ich irgendetwas anderes gesehen hätte als das, wovon Ihr bereits gehört habt, nämlich Atalanta. Es treten darin nur vier Männer und zwei Frauen auf. Zuerst spielt die Handlung in einer gewöhnlichen Waldkulisse; so bleibt es bis zum Ende des dritten Aktes, dann jedoch taucht der festlich erleuchtete Tempel des Hymen auf; eine gerade Reihe blauer Feuer lodert entlang des Aufgangs zum Tempel; eine Feuerfontäne springt vom Boden bis zur Decke auf, und zwei weitere kreuzen sich schräg von beiden Seiten der Bühne her; ganz oben befindet sich ein Rad, das ständig herumwirbelt und dabei einen goldenen, silbernen und blauen Funkenregen versprüht. Conti gefällt mir in jeder Hinsicht, bis auf seinen Mund, der so aussieht: [Zeichnung]; aber daran kann man sich kaum stören, wenn die Strada danebensteht.“

Thomas Gray: Brief an Horace Walpole, London, 11. Juni 1736[6][7]

Charles Burney fiel auf, dass Händel für Conti seinen Stil änderte. Als Beispiel nannte er Non sará poco (Nr. 9) im ersten Akt: in dieser Arie seien, wie er sagt,[8]

“[…] the base and accompaniments are of a modern craft, and, except the closes and two or three of the divisions, the whole seems of the present age.”

„[…] der Bass und die Begleitung modern gestaltet, und mit Ausnahme der engen Stimmführung und zweier oder dreier Verzierungen klingt das Ganze sehr zeitgemäß.“

Charles Burney: A General History of Music, London 1789[9][8]

Nur wenige Zeitgenossen Händels machten sich klar, wie klug er handelte, indem er seinen Stil dem Geschmack und dem Können der Künstler anpasste, ohne dabei irgendwelche Abstriche bei seinen dramatischen Idealen zu machen.[8] Benjamin Victor berichtet von einer Aufführung der Atalanta, dass

“[…] at the appearance of that great prince of harmony in the orchestre, there was so universal a clap from the audience that many were surprised. […] As to the opera, the critics say, it is too like his former compositions, and wants variety.”

„[…] bei Händels Erscheinen im Orchestergraben das Publikum in so allgemeinen Beifall ausbrach, dass viele überrascht waren. […] Die Oper, so sagen die Kritiker, gleicht in zu hohem Maße seinen früheren Werken, ihr fehle die Abwechslung.“

Benjamin Victor: Brief an Matthew Dubourg, Mai 1736[10][8]

Dennoch riefen die aufwändigen Kulissen, Transparente und das Feuerwerk uncommon Delight and Satisfaction[11] („ungewöhnliche Freude und Befriedigung“) hervor.[8]

Libretto

Das Textbuch, welches ein unbekannter Verfasser nach Belisario Valerianis La caccia in Etolia (1715 mit Musik von Fortunato Chelleri in Ferrara uraufgeführt) verfertigte, ist ein bukolisches Hirtenspiel: Es handelt im mythischen Arkadien, im Kreis vermeintlicher und wirklicher Hirten und Schäferinnen, die außer der Liebelei und der Jagd keine erwähnenswerte Tätigkeit ausüben. (Händel greift nach einer seiner ersten Londoner Opern, des später zweimal bearbeiteten Il Pastor fido (1712), jetzt zum zweiten Mal zu einem Libretto solcher Art.)[1] Wir wissen nicht, wer der Bearbeiter von Händels Vorlage war, es ist gut möglich, dass er selbst das Textbuch modifiziert hat. Die Änderungen bestehen bei Atalanta in erster Linie aus Kürzungen, die aber kaum Einfluss auf die Handlung haben, aber auf Händels Technik ein Licht werfen, wie man das Drama „schärfen“ kann. Von den 26 Arien der Vorlage, finden sich in Händels Partitur 18 wieder.[12]

Nach den zehn Vorstellungen im Jahre 1736 unter Händels Leitung, wurde Atalanta erst am 17. Juli 1970 in Hintlesham (Suffolk) wieder aufgeführt. Diese Freiluft-Produktion der Kent Opera in englischer Sprache (Textfassung: Laura Sarti und Norman Platt) wurde von Roger Norrington geleitet. Die erste Wiederaufführung des Stückes in Originalsprache und historischer Aufführungspraxis sah man in Szombathely (Steinamanger) am 13. August 1984 mit der Capella Savaria unter der Leitung von Nicholas McGegan.

Handlung

Historischer und literarischer Hintergrund

Die Handlung der Oper basiert auf der u. a. in Ovids achtem Buch der Metamorphosen überlieferten Jagd nach dem Kalydonischen Eber. Der riesenhafte Eber kann von Meleagros erst erlegt werden, nachdem ihn die mutige Jägerin Atalanta mit einem Pfeil verwundet hat. Vor diesem Hintergrund entspinnt sich eine weitgehend neu erfundene Liebesgeschichte zwischen Atalanta und Meleagro einerseits sowie Aminta und Irene andererseits.

Erster Akt

König Meleagro von Ätolien lebt unter dem Namen „Tirsi“ als Schafhirte unter Hirten und genießt sein Leben auf dem Lande, weit weg von den Sorgen des Staates. Er ist sehr verliebt in die Jägerin „Amarilli“, von der er nicht weiß, dass sie die Prinzessin Atalanta ist. Er trifft sich mit Aminta, einem echten Hirten, der verzweifelt in die Schäferin Irene verliebt ist, die jedoch, als sie erscheint, nichts anderes tut, als Aminta zu verhöhnen. Er erklärt, dass er bereit sei, ihr immer treu zu sein und sogar für seine Liebe zu sterben. Nicandro, Irenes Vater und Meleagros Freund, erklärt Meleagro, dass auch Irene Aminta wirklich liebt, sie sich aber versichern will, dass er ihr treu bleiben wird. Prinzessin Atalanta von Arkadien, die sich als Jägerin verkleidet aufs Land zurückgezogen hat, tritt nun unter dem Namen „Amarilli“ auf. Alle bereiten sich auf die Jagd vor, aber Atalanta erlaubt „Tirsi“ (Meleagro) nicht, während der Jagd an ihrer Seite zu bleiben, um sie zu schützen, obwohl sie in ihn verliebt ist. Als ein Eber aus dem Wald kommt, will Aminta sich ihm todessüchtig in den Weg stellen, so verzweifelt ist er über Irenes scheinbare Ablehnung, aber die anderen halten ihn davon ab. Nachdem Meleagros Pfeil den Eber verfehlt hat, trifft aber Atalanta und sie freut sich über ihren Triumph.

Zweiter Akt

Alle feiern Atalantas Triumph, den Eber erlegt zu haben, aber sie selbst ist traurig, weil sie in „Tirsi“ verliebt ist, denn sie kann als eine (verkleidete) Prinzessin den einfachen Hirten „Tirsi“ nicht heiraten. Sie weiß ja nicht, dass dieser in Wirklichkeit König Meleagro ist. Dieser hört, wie sie über diese unglückliche Situation nachdenkt, und versucht, sie über seine wahre Identität aufzuklären. Da beide aber sehr schüchtern sind, gelingt es nicht, die Sache aufzuklären. Derweil gibt Irene vor, in „Tirsi“ (Meleagro) verliebt zu sein, womit sie aber nur versucht, Aminta weiter zu quälen. Meleagro übergibt Irene ein Band und bittet sie, es Atalanta zu überbringen und ihr zu sagen, wie sehr er sie liebe.

Irene zeigt Aminta das Band, das Meleagro ihr mitgegeben hat und gibt vor, dass sie wirklich in Meleagro verliebt ist. Aminta protestiert gegen diese Grausamkeit. Kaum hat sich Aminta beruhigt, kommt „Amarilli“ und fleht um seine Hilfe. Sie gesteht ihre Liebe zu „Tirsi“ und bittet Aminta, diesem einen Speer zu überreichen, ohne ihren Namen zu erwähnen. Meleagro weiß, dass sie wirklich in ihn verliebt ist und ist recht fröhlich, aber Atalanta fühlt, dass ihre Pflicht sie daran hindern wird, ihm jemals ihre Liebe zu gestehen.

Dritter Akt

Irene überreicht „Amarilli“ das Band, das „Tirsi“ ihr mitgab. Atalanta ist gerührt und lässt Meleagro wissen, dass er durch Aminta alles über sie erfahren kann. Dann trifft Irene auf Aminta, der beschließt, der Intrige seiner Geliebten ebenso eine solche entgegenzusetzen, indem er den Speer für Meleagro, den Atalanta ihm gegeben hat, zur Schau stellt. Aminta äußert, dass Atalanta ihm den Speer gegeben habe, weil sie in ihn verliebt ist und er sie auch liebt. Darüber ist Irene wütend, und Meleagro, der das Ganze insgeheim beobachtet und mitgehört hat, ist verzweifelt. Als Irene behauptet, dass sie die ganze Zeit in Aminta verliebt war, ist Meleagro zutiefst verstört, fühlt sich allein und schläft erschöpft von all den emotionalen Turbulenzen ein. Als Atalanta auftritt, sinniert sie über den seltsamen Zufall, dass das Band, das ihr der Hirte „Tirsi“ geschickt hatte, dem Band von König Meleagro, der es einst von ihrem Vater bekam, gleicht. Da wacht Meleagro auf und Atalanta kann sich nicht mehr zurückhalten: sie gesteht ihm ihre Liebe und sie umarmen sich. Als Nicandro, Irene und Aminta dazu kommen, klären Irene und Aminta alles auf und machen ihre Liebe öffentlich. Nicandro erzählt dem Hirten „Tirsi“, dass die Jägerin „Amarilli“ in Wirklichkeit Prinzessin Atalanta ist und Atalanta, dass „Tirsi“ in Wirklichkeit König Meleagro ist. Nun steht ihrer Hochzeit nichts mehr im Wege und beide Paare sind glücklich. Der Himmel teilt sich und Merkur, der Bote Jupiters, steigt auf einer Wolke herab. Merkur überbringt dem Königspaar den Segen seines Herrn und sichert ihnen persönliches Glück und die Liebe ihres Volkes zu. Allgemeiner Jubel, Feierlichkeiten und ein Feuerwerk schließen die Oper.

Struktur der Oper

Ouverture. – Andante. (2 Ob, Trp, Str, BC)

Erster Akt

Scena I 1. Arioso. Meleagro (BC) Care selve, ombre beate
Scena II Recitativo. Aminta, Meleagro Sempre ti lagni, oh Tirsi?
Scena III Recitativo. Irene, Aminta, Meleagro Ecco Aminta! agli inganni Tirsi?
2. Aria. Meleagro (2 Ob, Str, BC) Lascia ch’io parta solo
Scena IV Recitativo. Irene, Aminta Ch’io rimanga con te?
3. Aria. Aminta (2 Vl, BC) S’è tuo piacer, ch’io mora
Scena V Recitativo. Nicandro, Irene Perche sospesa, oh figlia
4. Aria. Nicandro (2 Vl, BC) Impara, ingrata, ad esser men crudele
Scena VI Recitativo. Irene Ah! che pur troppo adoro il caro Aminta
5. Aria. Irene (2 Vl, BC) Come alla tortorella langue al suo caro appresso
Scena VII 6. Arioso. Atalanta (2 Ob, Str, BC) Al varco, oh pastori! vicina è la fera
Recitativo. Atalanta, Meleagro Tirsi, e tu che per fama
Scena VIII Recitativo. Irene, Aminta Cerchi in vano la morte
7. Sinfonia. (Str, BC)
Recitativo. Atalanta, Meleagro Trattenetolo, oh fidi
8. Aria. Atalanta (2 Vl, BC) Riportai gloriosa palma
Scena IX Recitativo. Meleagro Ah! che tu sei la fera
9. Aria. Meleagro (2 Ob, Str, BC) Non sarà poco, se il mio gran foco

Zweiter Akt

Scena I 10. Coro. (2 Ob, 2 Hr, Str, BC) Oggi rimbombano di feste, e guibilo
Scena II Recitativo. Atalanta, Meleagro Sei pur sola una volta
11. Aria. Atalanta (Str, BC) Lassa! Ch’io t’ho perduta
Scena III Recitativo. Meleagro, Atalanta Amarilli? Amarilli?
12. Duetto. Atalanta, Meleagro (Str, BC) Amarilli? / Oh Dei, che vuoi?
Scena IV Recitativo. Meleagro, Irene Ah! ch’io ancora l’intendo!
13. Aria. Meleagro (2 Vl, BC) Sì, mel raccorderò
Scena V Recitativo. Irene, Aminta Il mio caro pastore
14. Aria. Irene (2 Ob, 2 Vl, BC) Soffri in pace il tuo dolore
Scena VI Recitativo. Aminta, Atalanta È no moro d’affanno?
15. Aria. Aminta (Str, BC) Di’ ad Irene, tiranna, infedele
Scena VII Recitativo. Atalanta, Meleagro Ma giunge il caro mio vago pastore
16. Aria. Meleagro (Str, BC) M’allontano, sdegnose pupille
Scena VIII Recitativo. Atalanta Poveri affetti miei!
17. Aria. Atalanta (2 Ob, Str, BC) Se nasce un rivoletto

Dritter Akt

Scena I 18. Sinfonia. (2 Ob, Str, BC)
Recitativo. Atalanta, Irene E dalla man di Tirsi
19. Aria. Atalanta (2 Ob, Str, BC) Bench’io non sappia ancor interder il mio fato
Scena II Recitativo. Irene, Aminta Sono Irene? oppur sogno?
20. Aria. Aminta (2 Vl, BC) Diedi il core ad altra Ninfa
Scena III Recitativo. Irene, Meleagro, Aminta Ohimè! che pene!
21. Aria. Irene (2 Vl, BC) Ben’io sento l’ingrato, spietata
Scena IV Recitativo. Meleagro Oh! del crudo mio bene
Scena V Recitativo. Atalanta, Meleagro Quanto più ti contemplo
22. Arioso. Atalanta (BC) Custodite, o dolci sogni
Recitativo. Meleagro Io vo’ morir
Scena VI Recitativo. Nicandro Re Meleagro, e tu gran Principessa
23. Aria. Nicandro (2 Ob, Str, BC) Or trionfar ti fanno
Recitativo. Atalanta, Meleagro, Irene, Aminta Oh forza del destin!
24b. Duetto. Atalanta, Meleagro (Str, BC) Caro! / Cara! nel tuo bel volto
Scena VII 25. Sinfonia e Recitativo accompagnato. Mercurio (2 Ob, Str, BC) Del supremo Tonante messagiero
26a. Aria. Mercurio (Str, BC) Sol prova contenti
27. Coro. (2 Ob, Str, BC) Dalla stirpe degli Eroi
Recitativo. Mercurio Con voce giuliva gridiam tutti
28. Coro. (2 Ob, Str, BC) Gridiam tutti
29. Sinfonia. (3 Trp, Pk)
30. Coro. (2 Ob, Str, BC) Viva la face, viva l’amor!
31. Gavotta. (3 Trp, Pk)
32. Coro. (2 Ob, 3 Trp, Pk, Str, BC) Con voce giuliva gridiam tutti

Erfolg und Kritik

“[Atalanta is] one of Handel’s most charming operas, with its choruses of nymphs and shepherds, and its indescribable atmosphere of light-hearted gaiety and out-of-door freshness.”

„[Atalanta ist] eine von Händels schönsten Opern, mit ihren Chören der Nymphen und Hirten und ihrer unbeschreiblichen Atmosphäre von heller, herzlicher Fröhlichkeit und frischer Naturszenerie.“

Richard A. Streatfield: Handel, London 1909[13]

“The songs are mostly short and easy to sing, but wonderfully typical of this late period of Handel’s style, in which he throws off trivialities with astonishing originality and genius.”

„Die Arien sind meist kurz und einfach zu singen, aber wunderbar typisch für Händels späten Stil, in welchem er das Einfache mit erstaunlicher Originalität und Genialität ablegt.“

Edward Dent: The Operas, London 1954[14]

Orchester

Zwei Oboen, Fagott, zwei Hörner, drei Trompeten, Pauken, Streicher, Basso continuo (Violoncello, Laute, Cembalo).

Das Orchester der Atalanta ist ein durchschnittliches barockes Opernorchester. Außer den Streichern, zu denen das den Bass unterstützende Fagott gehört, besteht es aus zwei Oboen, die meistens die Violinstimmen verstärken, aus drei Trompeten und der dazugehörenden Pauke. Dem Orchester schließen sich im Eröffnungschor des zweiten Aktes auch zwei Hörner an. Händel passt die Begleitung sorgfältig dem Charakter der Arie an: Von einer einzigen Geigenstimme bis zum gesamten, mit Oboen verstärkten Streichorchester wendet er mehrerlei Kombinationen an.

Diskografie

  • Hungaroton SLPD 12612-4 (1986): Katalin Farkas (Atalanta), Eva Bartfai-Barta (Meleagro), Eva Lax (Irene), János Bandi (Aminta), Jozsef Gregor (Nicandro), Lászlo Polgár (Mercurio)
Capella Savaria; Dir. Nicholas McGegan (134 min)
  • Philharmonia Baroque (Naxos) B007HCX4PC (2012): Dominique Labelle (Atalanta), Susanne Rydén (Meleagro), Cécile van de Sant (Irene), Michael Slattery (Aminta), Philip Cutlip (Nicandro), Corey McKern (Mercurio)
Philharmonia Orchestra; Dir. Nicholas McGegan (143 min)

Literatur

  • Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-268-3. (englisch)
  • Silke Leopold: Händel. Die Opern. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-7618-1991-3.
  • Arnold Jacobshagen (Hrsg.), Panja Mücke: Das Händel-Handbuch in 6 Bänden. Händels Opern. (Band 2), Laaber-Verlag, Laaber 2009, ISBN 3-89007-686-6.
  • Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 1, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8 (Unveränderter Nachdruck, Kassel 2008, ISBN 978-3-7618-0610-4).
  • Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie (= Insel-Taschenbuch 2655), aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Insel Verlag, Frankfurt am Main/Leipzig 2000, ISBN 3-458-34355-5.
  • Paul Henry Lang: Georg Friedrich Händel. Sein Leben, sein Stil und seine Stellung im englischen Geistes- und Kulturleben. Bärenreiter-Verlag, Basel 1979, ISBN 3-7618-0567-5.
  • Albert Scheibler: Sämtliche 53 Bühnenwerke des Georg Friedrich Händel, Opern-Führer. Edition Köln, Lohmar/Rheinland 1995, ISBN 3-928010-05-0.

Quellen

  • Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie (= Insel-Taschenbuch 2655), aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Insel Verlag, Frankfurt am Main/Leipzig 2000, ISBN 3-458-34355-5.
  • Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. in: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch: Band 1, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8 (Unveränderter Nachdruck, Kassel 2008, ISBN 978-3-7618-0610-4).
  • Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. in: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch: Band 4, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1.
  • Silke Leopold: Händel. Die Opern. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-7618-1991-3.
  • Friedrich Chrysander: G. F. Händel, Zweiter Band, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1860
  • János Malìna: Händel. Atalanta. Hungaroton SLPD 12612–14, Budapest 1985.
Commons: Atalanta (Händel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Malìna, János: Händel. Atalanta. Hungaroton SLPD 12612-14, Budapest 1985, S. 16 ff.
  2. a b c d Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie, aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Metzler Verlag, Stuttgart, 1992, S. 161
  3. Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. in: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch: Band 1, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8, Unveränderter Nachdruck, Kassel 2008, ISBN 978-3-7618-0610-4, S. 429.
  4. Friedrich Chrysander: G. F. Händel, Zweiter Band, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1860, S. 389 ff.
  5. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. in: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch: Band 4, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1, S. 264.
  6. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. in: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch: Band 4, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1, S. 267.
  7. Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie, aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Metzler Verlag, Stuttgart, 1992, S. 161–162
  8. a b c d e Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie, aus dem Englischen von Bettina Obrecht, Metzler Verlag, Stuttgart, 1992, S. 162
  9. Charles Burney: A general history of music: … Vol. 4, London 1789, Nachdruck der Cambridge Library Collection, 2011, ISBN 978-1-108-01642-1, S. 397.
  10. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag; kein Text angegeben für Einzelnachweis mit dem Namen baselt266.
  11. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. in: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch: Band 4, Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1, S. 265.
  12. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-268-3, S. 336 f.
  13. Richard Alexander Streatfield: Handel. Methuen & Co, London 1909, Nachdruck Kessinger Publishing, Whitefish 2007, ISBN 978-0-548-04785-9, S. 252.
  14. Edward Dent: The Operas. In: Gerald Abraham (Hrsg.): Handel: A Symposium. Oxford University Press, London 1954, S. 54.