Bahnstrecke Choceň–Meziměstí

Choceň–Meziměstí
1913: Chotzen–Halbstadt
Kursbuchstrecke (SŽ):020, 026
Streckenlänge:92,774 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:Choceň–Týniště nad Orlicí: D4
Týniště nad Orlicí–Staatsgrenze: C4
Stromsystem:Choceň–Týniště nad Orlicí: 3 kV =
Maximale Neigung: 18,4 
Streckengeschwindigkeit:90 km/h
von Česká Třebová (vorm. Nördliche Staatsbahn)
0,000 Choceň früher Chotzen 295 m
nach Praha Masarykovo nádraží und nach Litomyšl
vlečka silo, stav.,dřev.
6,099 Újezd u Chocně früher Aujezd
7,516 Plchůvky früher Plchuwek H
11,046 Čermná nad Orlicí früher Čerma a. d. Adler
vlečka voj.
von Heřmanův Městec (vorm. LB Chrudim–Holitz)
16,315 Borohrádek
19,124 Žďár nad Orlicí früher Albrechtitz-Ždár
von Międzylesie (vorm. ÖNWB)
23,643 Týniště nad Orlicí früher Tinischt
nach Chlumec nad Cidlinou (vorm. ÖNWB)
Międzylesie–Chlumec nad Cidlinou
27,800 Petrovice u Týniště nad Orlicí früher Groß Petrowitz
Alba
31,605 Bolehošť früher Bolehoscht
33,350 Ledce-Klášter Ledetz Kloster H
34,804 Očelice früher Očelitz
von Dobruška (vorm. LB Opočno–Dobruschka)
39,118 Opočno pod Orlickými horami
40,706 Pohoří früher Pohoř H
43,051 Bohuslavice nad Metují zastávka früher Rohenitz H
45,254 Bohuslavice nad Metují früher Bohuslawitz-Černčitz
46,247 Černčice früher Černčitz H
Metuje
49,765 Nové Město nad Metují früher Neustadt a. d. Mettau
51,769 Vrchoviny früher Wrchowin
54,788 Václavice früher Wenzelsberg
nach Starkoč (vorm. StEG)
57,010 Vysokov früher Wysokow
von Česká Skalice (geplant)
58,392 Náchod zastávka
60,139 Náchod früher Nachod
61,505 Náchod-Běloves
61,600 odb. Běloves
nach Kłodzko Nowe
62,022 Náchod-Běloves früher Bělowes H
62,600 Babí
63,766 Náchod-Malé Poříčí früher Klein Pořic
66,270 Velké Poříčí
67,375 Hronov früher Hronow
Metuje
69,519 Hronov zastávka früher Žabokrk H
Metuje
Metuje
72,893 Police nad Metují früher Politz
Metuje
73,576 Petrovický (289 m)
Metuje
75,720 Žďár nad Metují früher Marschau H
Protektoratsgrenze (1938–1945)
78,311 Česká Metuje früher Matha-Mohren
79,397 Dědov früher Sofienthal H
82,422 Teplice nad Metují früher Wekelsdorf
nach Trutnov střed (vorm. LB Wekelsdorf–Parschnitz–Trautenau)
85,456 Bohdašín früher Bodisch
87,500 Březová u Broumova früher Birkigt
Stěnava
90,168 odb. Náchodská
Verbindungskurve nach Odb. Broumovská
von Ścinawka Średnia (vorm. StEG)
90,836 Meziměstí früher Halbstadt
92,774 Staatsgrenze TschechienPolen
nach Wałbrzych Szczawienko (vorm. BSF)

Frühere Namen Stand 1913. [1][2][3]

Die Bahnstrecke Choceň–Meziměstí ist eine Eisenbahnverbindung in Tschechien, die ursprünglich durch die privilegierte österreichisch-ungarische Staatseisenbahn-Gesellschaft (StEG) erbaut und betrieben wurde. Sie zweigt in Choceň (Chotzen) von der Bahnstrecke Česká Třebová–Praha ab und führt über Týniště nad Orlicí und Náchod nach Meziměstí (Halbstadt), wo sie in die Bahnstrecke Wałbrzych–Meziměstí einmündet.

Im Eisenbahnnetz der Tschechischen Republik ist die Strecke als gesamtstaatliche Bahn („celostátní dráha“) klassifiziert.

Geschichte

Am 14. September 1872 erhielt die k.k priv. österreichische Staatseisenbahn-Gesellschaft „das Recht zum Baue und Betriebe einer Locomotiveisenbahn von Chotzen nach Neusorge mit Anschlüssen einerseits über Braunau nach Neurode, andererseits gegen Waldenburg mit einer Zweigbahn von der Strecke Nachod–Neustadt an einen geeigneten Punct der südnorddeutschen Verbindungsbahn“ erteilt. Teil dieser Konzession war die Verpflichtung, ein zweites Gleis vorzusehen, „wenn der jährliche Rohertrag zweier aufeinanderfolgender Jahre die Summe von 180.000 fl. österreichischer Währung überschreitet“.[4] So mussten die Tunnel und Brücken beim Bau ein zweigleisiges Profil bekommen, während auf die Herstellung eines zweiten Gleisplanums vorerst verzichtet werden durfte. Die Kreuzungsgleise in den Bahnhöfen erhielten eine Nutzlänge von 330 Metern. Damit konnten Züge mit bis zu 70 Wagen verkehren. Am 15. Juli 1875 wurde die Strecke eröffnet.

Am 15. Mai 1877 wurde auch die grenzüberschreitende Strecke nach Waldenburg in Betrieb genommen.

Nach der Verstaatlichung der StEG am 1. Januar 1908 ging die Strecke an die k.k. Staatsbahnen (kkStB) über.

Im Jahr 1912 wies der Fahrplan vier Personenzugpaare 2. und 3. Klasse von Chotzen über Halbstadt nach Mittelsteine aus. Drei der vier Züge waren beschleunigte Personenzüge, die nicht auf allen Stationen hielten. Die beschleunigten Züge benötigten etwa 2,5 Stunden von Chotzen bis Halbstadt. In Halbstadt hatten die meisten Züge einen Anschluss von und nach Breslau Freiburger Bf.[5]

Ab dem Jahr 1909 plante Preußen den Aufbau eines Netzes elektrisch betriebener Eisenbahnstrecken in Niederschlesien. Als erste Strecke ging am 1. Juni 1914 die Verbindung Fellhammer–Halbstadt in Betrieb. Als Endpunkt der elektrifizierten Strecke wurde auch der böhmische Bahnhof Halbstadt mit Oberleitungen überspannt.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte die Strecke zum Netz der neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD).

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zwischen Matha-Mohren (Česká Metuje) und Halbstadt zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Breslau. Als Grenzbahnhof mit Pass- und Zollkontrolle wurde Wekelsdorf bestimmt. Im Reichskursbuch war die Verbindung nun als KBS 155e Mittelsteine–Halbstadt–Wekelsdorf–Matha-Mohren enthalten.[6] Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Strecke wieder vollständig zu den ČSD.

Anfang der 1960er Jahre wurde die Teilstrecke Choceň–Týniště nad Orlicí als Teil der Verbindung von Česká Třebová nach Hradec Králové mit 3 kV Gleichspannung elektrifiziert. Der elektrische Eisenbahnbetrieb wurde dort am 15. Dezember 1965 aufgenommen.

Am 1. Jänner 1993 ging die Strecke im Zuge der Dismembration der Tschechoslowakei an die neu gegründeten České dráhy (ČD) über. Seit 2003 gehört sie zum Netz des staatlichen Infrastrukturbetreibers Správa železniční dopravní cesty (SŽDC), heute: Správa železnic.

Am 29. April 2018 wurde über die Strecke der grenzüberschreitende Reiseverkehr von und nach Polen wieder aufgenommen. An Wochenenden und Feiertagen verkehren zwei direkte Zugpaare von Wrocław bzw. Wałbrzych bis zum touristischen Zentrum Adršpach.[7]

Mittelfristig ist ein umfassender Ausbau der Strecke zwischen Náchod und Meziměstí für den schnellen Reiseverkehr vorgesehen. Teil des Projektes ist auch ein Ersatz der abzweigenden Bahnstrecke Václavice–Starkoč durch einen Tunnel zwischen Česká Skalice und Náchod, der direkte Zugverbindungen ohne Fahrtrichtungswechsel zwischen Hradec Králové und Náchod ermöglichen wird. Im Endausbau soll die Strecke den gesamten grenzüberschreitenden, schnellen Fernreiseverkehr von Prag nach Breslau aufnehmen. Kurzfristig soll die Station Česká Metuje wieder ein Kreuzungsgleis erhalten.[8][9]

Literatur

  • Alfred Horn: Eisenbahn Bilderalbum 16 – Die k.k. privilegierte österreichisch-ungarische Staats-Eisenbahn-Gesellschaft. Bohmann Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-99015-020-7, S. 84–86
Commons: Bahnstrecke Choceň–Meziměstí – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zdeněk Hudec u. a.: Atlas drah České republiky 2006–2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1
  2. Streckendaten auf atlasdrah.net
  3. Artarias Eisenbahnkarte von Österreich-Ungarn und den Balkanstaaten, mit Stationsverzeichnis; Artaria & Co., Wien 1913
  4. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder vom 22. Oktober 1872
  5. Fahrplan 1912 der kkStB – gültig ab 1. Mai 1912
  6. Deutsches Kursbuch, Jahresfahrplan 1944/45 – gültig vom 3. Juli 1944 an bis auf weiteres
  7. Fahrplan 2018 (Memento des Originals vom 16. April 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.szdc.cz
  8. „Hradec – Náchod za půl hodiny. Další posun v modernizaci trati do Polska, SŽ soutěží projektanty“ auf zdopravy.cz
  9. „Obnovení výhybny Česká Metuje, rychlost 100 – 160 km/h. Jak zrychlí vlaky z Hradce na Polsko“ auf zdopravy.cz