Bahnstrecke Landquart–Thusis

Landquart–Thusis
Streckennummer (BAV):920 (Landquart–Reichenau-Tamins)
940 (Reichenau-Tamins–Thusis)
Fahrplanfeld:910, 940, 941, 144
Streckenlänge:41,26 km
Spurweite:1000 mm,
Chur–Domat/Ems auch 1435 mm
Stromsystem:11 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 25 
Streckengeschwindigkeit:90 km/h
Zweigleisigkeit:Untervaz-Trimmis–Trimmis (Verzw),
Chur–Reichenau-Tamins
SBB von Sargans / RhB von Klosters
Landquart (43 m / 40 m)
0,00 Landquart SBB / RhB 523 m ü. M.
1,29 Landquart Ried 522 m ü. M.
2,22 Igis 523 m ü. M.
3,60 Zizers Altlöser 528 m ü. M.
3,99 Zizers 531 m ü. M.
4,40 Autobahn A13 (55 m)
5,82 Untervaz-Trimmis (ehem. Untervaz) 537 m ü. M.
7,17 Trimmis (bis 2006 Hst) 541 m ü. M.
8,36 Trimmis (Verzw) 544 m ü. M.
10,96 Haldenstein 562 m ü. M.
11,10 Autobahn A13 (83 m)
12,64 Chur Wiesental 577 m ü. M.
13,68 Chur RhB / SBB / RhB 584 m ü. M.
Beginn Dreischienengleis / RhB nach Arosa
14,20 Chur RhB, Umtrassierung ~1927 584 m ü. M.
Plessur (~30 m)
15,17 Chur West 578 m ü. M.
15,30
15,88 Foral 569 m ü. M.
17,71 Felsberg 569 m ü. M.
20,15 Domat/Ems 581 m ü. M.
Ende Dreischienengleis
22,02 Domat/Ems Werk 597 m ü. M.
Industriepark Vial / Ems-Chemie
23,57 Reichenau-Tamins 604 m ü. M.
23,90 Autobahn A13 (55 m)
24,10 Hinterrhein (151 m / 199 m)
RhB nach Disentis/Mustér
27,44 Bonaduz 659 m ü. M.
28,69 Rhäzüns 654 m ü. M.
32,81 Rothenbrunnen 622 m ü. M.
36,59 Rodels-Realta 640 m ü. M.
38,49 Cazis 658 m ü. M.
41,26 Thusis 697 m ü. M.
ehem. proj. Bernardinobahn[1]
nach Mesocco (Misoxerbahn)
Hinterrhein, RhB nach Filisur (St. Moritz)

Quellen: [2][3][4][5]

Die Bahnstrecke Landquart–Thusis ist eine meterspurige Schweizer Schmalspurbahn. Sie wird von der Rhätischen Bahn (RhB) betrieben und führt von Landquart über die Graubündner Kantonshauptstadt Chur nach Thusis. Sie ist Teil des RhB-Stammnetzes und stellt die Verbindung zwischen der Bahnstrecke Landquart–Davos Platz und der Albulabahn dar. Zwischen Landquart und Chur verläuft die hier behandelte Strecke weitgehend parallel zur älteren normalspurigen Bahnstrecke Chur–Rorschach der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).

Geschichte

Die Strecke entstand als zweite Strecke der Schmalspurbahn Landquart–Davos AG (LD), die sich deshalb 1895 den allgemeineren Namen Rhätische Bahn gab, in zwei Abschnitten:

  • Chur–Thusis, Baubeginn im Frühjahr 1894, Eröffnung am 1. Juli 1896
  • Landquart–Chur, Baubeginn Ende September 1895, Eröffnung am 29. August 1896

Die gesamten Baukosten inklusive Rollmaterial betrugen etwas über 13 Millionen Schweizer Franken, der Fahrplan war von Beginn an mit der Davoser Strecke gekoppelt.[6]

Beschreibung

Während der Personenverkehr der SBB in Chur endet, dort besteht ausserdem eine Übergangsmöglichkeit zur Bahnstrecke Chur–Arosa, existiert für den normalspurigen Güterverkehr eine Dreischienengleisanlage in Untervaz und ein Dreischienengleis (Radsatzlast 22,5 Tonnen) von Chur bis nach Domat/Ems in die Werksareale der Ems-Chemie und zum Areal der ehemaligen Grosssägerei Mayr-Melnhof Swiss Timber AG. Ab Domat/Ems sind sämtliche Gleisanlagen meterspurig. In Reichenau-Tamins zweigt die Strecke nach Disentis/Mustér ab, die in die Stammstrecke der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) übergeht und vom Glacier-Express durchgehend befahren wird.

Bei Thusis geht die hier behandelte Strecke in die Albulabahn über, die die Kilometrierung ab Landquart bis nach St. Moritz fortsetzt und sie selbst an die Bahnstrecke Bever–Scuol-Tarasp sowie die Bahnstrecke Samedan–Pontresina weitergibt.

Per Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2006 wurde die Bedienung der Haltestelle Trimmis eingestellt. Der Bahnhof Untervaz erhielt deswegen den neuen Doppelnamen Untervaz-Trimmis, der auf die indirekte Erschliessung der Gemeinde Trimmis hinweist.

Literatur

  • Rhätische Bahn (Hrsg.): Rhätische Bahn heute – morgen – gestern. Verlagsgemeinschaft (Desertina Verlag, Disentis; Verlag M&T-Helvetica, Chur; Terra Grischuna Verlag, Bottmingen) 1988, ISBN 3-907036-08-5 (Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Bahn)
  • Hans-Bernhard Schönborn: Die Rhätische Bahn, Geschichte und Gegenwart, GeraMond 2009, ISBN 978-3-7654-7162-9
  • Eisenbahn Journal, Die RhB, specials Teile 1-4, 1995-2000, Hermann Merker Verlag GmbH Fürstenfeldbruck, ISBN 3-89610-038-6.
  • Hans Domenig: Vom Tingelzüglein zur Hochgebirgsbahn, in: Terra Grischuna, 59. Jahrgang, Heft 1, Terra Grischuna Verlag, Chur 2000, ISSN 1011-5196.
  • Katharina Hess, Paul Emanuel Müller: Über der wilden Plessur, in: Terra Grischuna, 48. Jahrgang, Heft 1, Terra Grischuna Verlag, Chur 1990, ISSN 1011-5196.
Commons: Bahnstrecke Landquart–Thusis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend Konzession einer elektrischen Schmalspurbahn von Mesocco über San Bernardino und Hinterrhein nach Thusis (Bernhardinbahn). In: Bundesblatt. 19. Juni 1922, abgerufen am 9. Dezember 2020.
  2. Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, 2010, ISBN 978-3-909111-74-9
  3. Eisenbahnatlas Schweiz, Edition Schweers + Wall, EK-Verlag, 2024, ISBN 978-3-84466-441-6
  4. map.geo.admin.ch mit Layern: swissTLM3D Eisenbahn (swisstopo), Schienennetz (BAV), SWISSIMAGE Zeitreise - Luftbilder (swisstopo) und Zeitreise Kartenwerke - Topografische Karten (swisstopo)
  5. maps.trafimage.ch mit Layern: Infrastruktur SBB/Tochtergesellschaften und Infrastruktur übrige Bahnen
  6. Die Strecke Landquart–Thusis auf poststempel-graubuenden.ch, abgerufen am 18. November 2022