Bahnstrecke Palermo–Agrigento/Porto Empedocle

Palermo–Agrigento/Porto Empedocle
Streckennummer (RFI):156
Kursbuchstrecke (IT):385
Streckenlänge:144 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:3 kV =
Zweigleisigkeit:Palermo Centrale–Fiumetorto
0,0 Palermo Centrale
Oreto (Fluss)
Strecke von Trapani
Palermo Maredolce geplant
2,9 Palermo Brancaccio
4,4 Roccella seit 2014
ehem. Bahnstrecke Palermo–San Carlo
Villabate-Ficarazzelli bis 2005
9,3 Ficarazzi seit 2009
10,0 Ficarazzi bis 1962
Eleuterio
13,2 Bagheria
15,7 Santa Flavia-Solunto-Porticello
18,3 Casteldaccia
Milicia
20,4 Altavilla Milicia
Tunnel Torre Colonna
Tunnel Torre Normanna
26,8 San Nicola Tonnara
31,3 Trabia
San Leonardo
35,0 Tunnel Termini
36,4 Termini Imerese
A19
Torto
43,2 Fiumetorto bis 2009 PV
Strecke nach Messina
45,0 Cerda
51,0 Sciara-Aliminusa bis 2002 PV[1]
Causo
60,5 Montemaggiore Belsito
69,2 Roccapalumba-Alia
ehem. Trasse bis 2017
76,8 Lercara Diramazione
Strecke nach Caltanissetta Xirbi
77,1 Lercara Bassa bis 2016 PV
Schmalspurbahn nach Magazzolo bis 1959
Tunnel Lercara (2.800 m)
84,6 Castronovo di Sicilia bis 2002 PV[1]
88,9 Cammarata-San Giovanni Gemini
99,4 Acquaviva-Casteltermini
Sutera
107,0 Campofranco
118,5 Comitini bis 2002 PV[1]
Strecke von Catania
124,7 Aragona Caldare
Schmalspurbahn von Licata bis 1958[Anm. 1]
134,4 Agrigento Bassa
137,4 Agrigento Centrale
140,0 Tempio di Vulcano
143,8 Porto Empedocle Centrale[Anm. 2]
144,5 Porto Empedocle Succursale seit 2016
ehem. Schmalspurbahn nach Castelvetrano bis 1978

  1. ehem. Beginn Dreischienengleis
  2. ehem. Ende Dreischienengleis

Die Bahnstrecke Palermo–Agrigento ist die älteste Bahnstrecke auf Sizilien. Sie wurde gebaut, um die Hauptstadt Palermo mit den sizilianischen Schwefelbergbaugebieten und der Hafenstadt Porto Empedocle zu verbinden. Zwischen Palermo und Fiumetorto ist die Strecke Bestandteil des TEN-Prioritätsprojekts Nr. 1, der Eisenbahnachse Berlin–Palermo.

Geschichte

Eröffnungsdatum[2] Streckenabschnitt
28. April 1863 PalermoBagheria
25. Juli 1864 Bagheria–Trabia
20. Februar 1866 Trabia–Termini Imerese
01. April 1869 Termini Imerese–Cerda
06. Juni 1869 Cerda–Sciara
15. September 1869 Sciara–Montemaggiore Belsito
16. Februar 1870 Montemaggiore Belsito–Fiaccati
03. Juli 1870 Fiaccati–Roccapalumba
01. September 1870 Roccapalumba–Lercara Bassa
15. September 1874 Lercara Bassa–Cammarata
01. November 1874 ComitiniPorto Empedocle
30. September 1875 Cammarata–Spina
30. September 1875 Passofonduto–Comitini
16. Dezember 1876 Spina–Passofonduto

Die ersten Teilabschnitte zwischen Palermo und Fiumetorto wurden durch die Gesellschaft „Società Vittorio Emanuele“[3] erbaut, die bereits für den Bau mehrerer Bahnstrecken in Süditalien verantwortlich zeichnete. Der Bauabschnitt zwischen Palermo und Bagheria ist gleichzeitig der älteste Bahnstrecke Siziliens.

Der Bau der Strecke ins Landesinnere erfolgte vorrangig, um den Abtransport von Schwefel aus den großen Bergwerken bei Lercara in die Seehäfen zu verbessern. Der Lückenschluss erfolgte 1876, nun war auch Porto Empedocle direkt von Palermo aus erreichbar.

1933 erfolgten bei Agrigent ein umfangreicher Umbau: Vom heutigen Bahnhof Agrigento Bassa wurde der neue und näher am Stadtzentrum gelegene Bahnhof Agrigento Centrale errichtet und mit einer Stichstrecke angeschlossen. Gleichzeitig wurde zwischen Agrigento Bassa und Porto Empodocle ein Dreischienengleis eingebaut. Der Personenverkehr ab Agrigento Bassa erfolgte seitdem nur noch durch Schmalspurzüge, die ab Porto Empedocle weiter nach Castelvetrano verkehrten.

Der Personenverkehr zwischen Agrigento Bassa und Porto Empedocle wurde deshalb 1977 aufgegeben, als der Betrieb der Schmalspurstrecke eingestellt wurde und die dritte Schiene ausgebaut.

Die gesamte Strecke wurde in den 1980er-Jahren elektrifiziert.

Im Dezember 2017 wurde die Variante di Lercara eröffnet. Zwischen Castronovo di Sicilia und Roccapalumba-Alia wurde die alte Trasse stillgelegt und durch einen Neubauabschnitt ersetzt. Kernstück ist der neue 2.800 Meter lange Lercara-Tunnel. Die Neubaustrecke mündet vor dem im Bau befindlichen Trennungsbahnhof Lercara Diramazione in die Bahnstrecke Caltanissetta Xirbi–Roccapalumba-Alia ein.[4]

Abschnitt Agrigento Bassa–Porto Empedocle

2014 nahm die Fondazione FS Italiane, die sich um historisch interessante Bahnstrecken und den historischen Fahrzeugbestand der FS kümmert, im Rahmen ihres Programms Binari senza tempo im Abschnitt zwischen Agrigento Bassa und Porto Empedocle den Betrieb mit Museums- und Touristikzügen auf.[5] Im März 2016 wurde hier der Haltepunkt Empedocle Succursale wiedereröffnet.[6] 2017 wurde der Abschnitt Agrigento Bassa–Porto Empedocle aufgrund des Gesetzes Nr. 128 vom 9. August 2017 zusammen mit einer Reihe anderer Strecken als aus touristischen Gründen erhaltenswert eingestuft.[7]

Bilder

Literatur

Commons: Palermo–Agrigento/Porto Empedocle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • ferroviekaos.it – Betreiber der Museumsbahn Agrigento Bassa–Porto Empedocle

Einzelnachweise

  1. a b c Impianti FS. In: I Treni Nr. 246 (März 2003), S. 8.
  2. Prospetto cronologico dei tratti di ferrovia aperti all’esercizio dal 1839 al 31 dicembre 1926 – Chronologie der Streckeneröffnungen in Italien zwischen 1839 und 1926
  3. Barone: Le vie del Mezzogiorno, S. 135ff.
  4. Treni. Da oggi in funzione il nuovo tratto sulla Palermo-Agrigento. infoagrigento.it, 10. Dezember 2017, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. Dezember 2017; abgerufen am 24. Dezember 2017 (italienisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.infoagrigento.it
  5. Binari senza tempo auf der Homepage der Fondazione FS Italiane.
  6. Treni storici, inaugurata la stazione di Porto Empedocle Succursale. agrigentonotizie.it, abgerufen am 29. Juni 2016 (italienisch).
  7. Art. 2, Abs. 2 Legge 9 agosto 2017, n. 128: Disposizioni per l'istituzione di ferrovie turistiche mediante il reimpiego di linee in disuso o in corso di dismissione situate in aree di particolare pregio naturalistico o archeologico. (17G00141)