Der bedingte Erwartungswert beschreibt in der Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik den Erwartungswert einer Zufallsvariablen unter der Voraussetzung, dass noch zusätzliche Informationen über den Ausgang des zugrunde liegenden Zufallsexperiments verfügbar sind. Dabei kann die Bedingung beispielsweise darin bestehen, dass bekannt ist, ob ein gewisses Ereignis eingetreten ist oder welche Werte eine weitere Zufallsvariable angenommen hat; abstrakt kann die Zusatzinformation als Unterraum des zugrunde liegenden Ereignisraums aufgefasst werden.
Abstrakte bedingte Erwartungswerte und als Spezialfall davon bedingte Wahrscheinlichkeiten verallgemeinern in der Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik den elementaren Begriff der bedingten Wahrscheinlichkeit.
Bedingte Erwartungswerte spielen eine wichtige Rolle in der modernen Stochastik, beispielsweise bei der Untersuchung stochastischer Prozesse, und werden unter anderem bei der Definition von Martingalen verwendet.
Interpretation
Die Bildung des bedingten Erwartungswertes ist gewissermaßen eine Glättung einer Zufallsvariablen auf einer Teil-σ-Algebra. σ-Algebren modellieren verfügbare Information, und eine geglättete Version der Zufallsvariable, die schon auf einer Teil-σ-Algebra messbar ist, enthält weniger Information über den Ausgang eines Zufallsexperimentes. Mit der Bildung der bedingten Erwartung geht eine Reduktion der Beobachtungstiefe einher, die bedingte Erwartung reduziert die Information über eine Zufallsvariable auf eine in Hinsicht der Messbarkeit einfachere Zufallsvariable, ähnlich wie als Extremfall der Erwartungswert einer Zufallsvariablen die Information auf eine einzelne Zahl reduziert.
Geschichte
Das in einigen Aspekten sehr alte Konzept (schon Laplace hat bedingte Dichten berechnet) wurde von Andrei Kolmogorow 1933 unter Verwendung des Satzes von Radon-Nikodym formalisiert. In Arbeiten von Paul Halmos 1950 und Joseph L. Doob 1953 wurden bedingte Erwartungen auf die heute übliche Form von Teil-σ-Algebren auf abstrakten Räumen übertragen.[1]
Einleitung
Wenn ein Ereignis
mit
gegeben ist, gibt die bedingte Wahrscheinlichkeit

an, wie wahrscheinlich das Ereignis
ist, wenn man die Information hat, dass das Ereignis
eingetreten ist. Entsprechend gibt der bedingte Erwartungswert

an, welchen Wert man für die Zufallsvariable
im Mittel erwartet, wenn man die Information hat, dass das Ereignis
eingetreten ist. Hierbei ist
die Indikatorfunktion von
, also die Zufallsvariable, die den Wert
annimmt, wenn
eintritt, und
, wenn nicht.
Aus der Gleichung folgt, dass die Radon-Nikodým-Dichte des bedingten Wahrscheinlichkeitsmaßes
bezüglich des unbedingten Wahrscheinlichkeitsmaßes
exakt
ist.
Beispiel:
sei die Augenzahl beim Werfen eines regelmäßigen Würfels und
sei das Ereignis, eine 5 oder 6 zu würfeln. Dann ist
.
Dieser elementare Begriff von bedingten Wahrscheinlichkeiten und Erwartungswerten ist jedoch oft nicht ausreichend. Gesucht sind häufig vielmehr bedingte Wahrscheinlichkeiten und bedingte Erwartungswerte in der Form
(a)
bzw.
,
- wenn man weiß, dass eine Zufallsvariable
einen Wert
hat,
(b)
bzw.
,
- wenn man den bei (a) gefundenen Wert als Zufallsvariable (in Abhängigkeit von
) betrachtet,
(c)
bzw.
,
- wenn man für jedes Ereignis in einer σ-Algebra
die Information hat, ob es eingetreten ist oder nicht.
Die Ausdrücke in (b) und (c) sind im Gegensatz zu (a) selbst Zufallsvariablen, da sie noch von der Zufallsvariable
bzw. der Realisierung der Ereignisse in
abhängen.
wird oft Erwartungswert von Y unter der Bedingung B gesprochen.
und
wird Erwartungswert von Y gegeben X bzw. Erwartungswert von Y gegeben
gesprochen.
Die angegebenen Varianten von bedingten Wahrscheinlichkeiten und Erwartungswerten sind alle miteinander verwandt. Tatsächlich genügt es, nur eine Variante zu definieren, denn alle lassen sich voneinander ableiten:
- Bedingte Wahrscheinlichkeiten und bedingte Erwartungswerte beinhalten das gleiche: Bedingte Erwartungswerte lassen sich, genau wie gewöhnliche Erwartungswerte, als Summen oder Integrale aus bedingten Wahrscheinlichkeiten berechnen.[2] Umgekehrt ist die bedingte Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses einfach der bedingte Erwartungswert der Indikatorfunktion des Ereignisses:
.
- Die Varianten in (a) und (b) sind äquivalent. Die Zufallsvariable
weist für das Ergebnis
den Wert
auf, d. h. man erhält für
den Wert
, wenn man für
den Wert
beobachtet. Umgekehrt kann man, wenn
gegeben ist, immer einen von
abhängigen Ausdruck
finden, so dass diese Beziehung erfüllt ist.[3] Entsprechendes gilt für bedingte Erwartungswerte.
- Die Varianten in (b) und (c) sind ebenfalls äquivalent, weil man
als die Menge aller Ereignisse der Form
wählen kann (die von
erzeugte σ-Algebra
), und umgekehrt
als die Familie
.[4]
Diskreter Fall
Wir betrachten hier den Fall, dass
für alle Werte
von
gilt. Dieser Fall ist besonders einfach zu behandeln, weil die elementare Definition uneingeschränkt anwendbar ist:

Die Funktion
(wobei
das Argument bezeichnet) besitzt alle Eigenschaften eines Wahrscheinlichkeitsmaßes, es handelt sich um eine sogenannte reguläre bedingte Wahrscheinlichkeit. Die reguläre bedingte Verteilung
einer Zufallsvariable
ist daher ebenfalls eine ganz gewöhnliche Wahrscheinlichkeitsverteilung. Der Erwartungswert dieser Verteilung ist der bedingte Erwartungswert von
, gegeben
:

Ist
ebenfalls diskret, so gilt

wobei über alle
im Wertebereich von
summiert wird.
Beispiel
und
seien die Augenzahlen bei zwei unabhängigen Würfen mit einem regelmäßigen Würfel und
die Augensumme. Die Verteilung von
ist gegeben durch
,
. Wenn wir aber das Ergebnis
des ersten Wurfs kennen und wissen, dass wir z. B. den Wert
gewürfelt haben, erhalten wir die bedingte Verteilung
.
Der Erwartungswert dieser Verteilung, der bedingte Erwartungswert von
, gegeben
, ist
.
Allgemeiner gilt für beliebige Werte
von
.
Wenn wir für
den Wert von
einsetzen, erhalten wir den bedingten Erwartungswert von
, gegeben
:
.
Dieser Ausdruck ist eine Zufallsvariable; wenn das Ergebnis
eingetreten ist, weist
den Wert
auf und
den Wert
.
Satz über die totale Wahrscheinlichkeit
Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses
lässt sich durch Zerlegen nach den Werten
von
berechnen:

Allgemeiner gilt für jedes Ereignis
in der σ-Algebra
die Formel
.
Mithilfe der Transformationsformel für das Bildmaß erhält man die äquivalente Formulierung
.
Allgemeiner Fall
Im allgemeinen Fall ist die Definition weit weniger intuitiv als im diskreten Fall, weil man nicht mehr voraussetzen kann, dass die Ereignisse, auf die man bedingt, eine Wahrscheinlichkeit
haben.
Ein Beispiel
Wir betrachten zwei unabhängige standardnormalverteilte Zufallsvariablen
und
. Ohne große Überlegung kann man auch hier den bedingten Erwartungswert, gegeben
, der Zufallsvariablen
angeben, d. h. den Wert, den man im Mittel für den Ausdruck
erwartet, wenn man
kennt:
bzw. 
Wie zuvor ist
selbst eine Zufallsvariable, für deren Wert nur die von
erzeugte σ-Algebra
entscheidend ist. Setzt man etwa
, also
, so erhält man ebenfalls
.
Die Problematik ergibt sich aus folgender Überlegung: Die angegebenen Gleichungen gehen davon aus, dass
für jeden einzelnen Wert von
standardnormalverteilt ist. Tatsächlich könnte man aber auch annehmen, dass
im Fall
konstant den Wert
hat und nur in den übrigen Fällen standardnormalverteilt ist: Da das Ereignis
die Wahrscheinlichkeit
hat, wären
und
insgesamt immer noch unabhängig und standardnormalverteilt. Man erhielte aber
statt
. Das zeigt, dass der bedingte Erwartungswert nicht eindeutig festgelegt ist, und dass es nur sinnvoll ist, den bedingten Erwartungswert für alle Werte von
simultan zu definieren, da man ihn für einzelne Werte beliebig abändern kann.
Der Ansatz von Kolmogorow
Nachdem sich die elementare Definition nicht auf den allgemeinen Fall übertragen lässt, stellt sich die Frage, welche Eigenschaften man beibehalten möchte und auf welche man zu verzichten bereit ist. Der heute allgemein übliche Ansatz, der auf Kolmogorow (1933) zurückgeht[5] und der sich insbesondere in der Theorie der stochastischen Prozesse als nützlich erwiesen hat, verlangt nur zwei Eigenschaften:
(1)
soll eine messbare Funktion von
sein. Auf die σ-Algebra
übertragen bedeutet dies, dass
eine
-messbare Zufallsvariable sein soll.
(2) In Analogie zum Satz über die totale Wahrscheinlichkeit soll für jedes
die Gleichung

erfüllt sein.
Nicht gefordert wird unter anderem
- dass bedingte Wahrscheinlichkeiten eindeutig festgelegt sind,
- dass
stets ein Wahrscheinlichkeitsmaß ist,
- die Eigenschaft
im Fall
gilt.
Für bedingte Erwartungswerte hat (2) die Form

für alle Mengen
, für die die Integrale definiert sind. Mit Indikatorfunktionen lässt sich diese Gleichung schreiben als
.
In dieser Form wird die Gleichung in der folgenden Definition verwendet.
Gegeben sei ein Wahrscheinlichkeitsraum
und eine Teil-σ-Algebra
.
(1)
sei eine Zufallsvariable, deren Erwartungswert existiert. Der bedingte Erwartungswert von
, gegeben
, ist eine Zufallsvariable
, die die beiden folgenden Bedingungen erfüllt:
ist
-messbar und
- für alle
gilt
.
Die Menge aller Ergebnisse (d. h. aller Elemente von
), hinsichtlich derer sich zwei bedingte Erwartungswerte von
gegeben
(„Versionen des bedingten Erwartungswerts“) unterscheiden, ist eine (in
enthaltene) Nullmenge. Dadurch lässt sich die einheitliche Schreibweise
für einen bedingten Erwartungswert
von
gegeben
rechtfertigen.
Die Schreibweise
bezeichnet den bedingten Erwartungswert von
, wobei die von der Zufallsvariablen
erzeugte σ-Algebra
gegeben ist.
(2) Die bedingte Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses
, gegeben
, ist definiert als die Zufallsvariable
,
d. h. als der bedingte Erwartungswert der Indikatorfunktion von
.
Da die bedingten Wahrscheinlichkeiten
verschiedener Ereignisse
somit ohne Bezug zueinander definiert und nicht eindeutig festgelegt sind, muss
im Allgemeinen kein Wahrscheinlichkeitsmaß sein. Wenn dies jedoch der Fall ist, d. h. wenn man die bedingten Wahrscheinlichkeiten
,
zu einem stochastischen Kern
von
nach
zusammenfassen kann,
für alle
,
spricht man von regulärer bedingter Wahrscheinlichkeit. Eine konkrete Version des bedingten Erwartungswertes ist dann als Integral

gegeben.
Faktorisierung: Der bedingte Erwartungswert
, der als eine Zufallsvariable (also eine Funktion von
) definiert ist, lässt sich auch als eine Funktion von
darstellen: Es gibt eine messbare Funktion
, so dass
für alle
.
Damit kann man formal auf einzelne Werte bedingte Erwartungswerte definieren:
.
Bei der Verwendung solcher Ausdrücke ist wegen der fehlenden Eindeutigkeit im allgemeinen Fall besondere Vorsicht geboten.
Existenz: Die allgemeine Existenz von bedingten Erwartungswerten für integrierbare Zufallsvariablen (Zufallsvariablen, die einen endlichen Erwartungswert besitzen), also insbesondere von bedingten Wahrscheinlichkeiten, folgt aus dem Satz von Radon-Nikodým; die Definition besagt nämlich nichts anderes, als dass
eine Dichte des signierten Maßes
bezüglich des Maßes
ist, beide definiert auf dem Messraum
. Die Definition lässt sich noch geringfügig verallgemeinern, so dass man auch Fälle wie
für eine Cauchy-verteilte Zufallsvariable erfassen kann.[2]
Reguläre bedingte Wahrscheinlichkeiten, auch in faktorisierter Form, existieren in polnischen Räumen mit der Borel-σ-Algebra, allgemeiner gilt: Ist
eine beliebige Zufallsvariable mit Werten in einem polnischen Raum, so existiert eine Version der Verteilung
in der Form eines stochastischen Kerns
:
für alle 
Spezialfälle
(1) Für die triviale σ-Algebra
ergeben sich einfache Erwartungswerte und Wahrscheinlichkeiten:
für alle 
für alle 
Entsprechend gilt
und
für alle
bei Bedingen auf den Wert einer konstanten Zufallsvariable
.
(2) Einfache σ-Algebren: Ist
mit
, und besitzt
außer sich selbst und der leeren Menge keine Teilmengen in
, so stimmt der Wert von
auf
mit der herkömmlichen bedingten Wahrscheinlichkeit überein:
für fast alle 
Das zeigt, dass die oben aufgeführten Berechnungen im diskreten Fall mit der allgemeinen Definition konsistent sind.
(3) Rechnen mit Dichten: Ist
eine beschränkte Dichtefunktion der gemeinsamen Verteilung von Zufallsvariablen
, so ist

eine Dichte einer regulären bedingten Verteilung
in der faktorisierten Form und für den bedingten Erwartungswert gilt
.
(4) Auch in den folgenden Fällen lassen sich reguläre bedingte Verteilungen angeben:
- wenn
unabhängig von
ist, in der Form
,
- wenn
-messbar ist, in der Form
,
- für das Paar
, wenn
-messbar ist, in der Form
, sofern zur Berechnung des Ausdrucks auf der rechten Seite eine reguläre bedingte Verteilung von
verwendet wird.
Allgemeine Definition
Sei
ein Banachraum,
ein Wahrscheinlichkeitsraum und
eine darauf definierte Bochner-integrierbare
-wertige Zufallsvariable. Sei
eine Sub-σ-Algebra.
Der bedingte Erwartungswert von
gegeben
ist die bis auf eine
-Nullmenge eindeutige und integrierbare
-wertige
-messbare Zufallsvariable
, so dass

für alle
erfüllt ist.[6][7]
Der bedingte Erwartungswert wird manchmal auch mit
notiert.
Rechenregeln
Alle folgenden Aussagen gelten nur fast sicher (
-fast überall), soweit sie bedingte Erwartungswerte enthalten. Anstelle von
kann man auch eine Zufallsvariable schreiben.
- Herausziehen unabhängiger Faktoren:
- Ist
unabhängig von
, so gilt
.
- Ist
unabhängig von
und von
, so gilt
.
- Sind
unabhängig,
unabhängig,
von
und
von
unabhängig, so gilt 
- Herausziehen bekannter Faktoren:
- Ist
-messbar, so gilt
.
- Ist
-messbar, so gilt
.
- Totaler Erwartungswert:
.
- Turmeigenschaft: Für Teil-σ-Algebren
gilt
.
- Linearität: Es gilt
und
für
.
- Monotonie: Aus
folgt
.
- Monotone Konvergenz: Aus
und
folgt
.
- Dominierte Konvergenz: Aus
und
mit
folgt
.
- Lemma von Fatou: Aus
folgt
.
- Jensensche Ungleichung: Ist
eine konvexe Funktion, so gilt
.
- Bedingte Erwartungswerte als
-Projektionen: Die vorherigen Eigenschaften (insbesondere das Herausziehen bekannter Faktoren und die Turmeigenschaft) implizieren für
-messbares
,
- d. h. der bedingte Erwartungswert
ist im Sinne des Skalarprodukts von L2(P) die orthogonale Projektion von
auf den Untervektorraum der
-messbaren Funktionen, d. h.
ist die beste Approximation von
durch eine
-messbare Funktion von
. Die Definition und der Beweis der Existenz der bedingten Erwartung kann über diesen Zugang auch auf der Theorie der Hilbert-Räume und dem Projektionssatz aufgebaut werden.
- Bedingte Varianz: Mithilfe bedingter Erwartungswerte kann analog zur Definition der Varianz als mittlere quadratische Abweichung vom Erwartungswert auch die bedingte Varianz
betrachtet werden. Es gelten der Verschiebungssatz

- sowie die sogenannte Varianzzerlegung
.
- Martingalkonvergenz: Für eine Zufallsvariable
, die einen endlichen Erwartungswert besitzt, gilt
, wenn entweder
eine aufsteigende Folge von Teil-σ-Algebren ist und
oder wenn
eine absteigende Folge von Teil-σ-Algebren ist und
.
Weitere Beispiele
(1) Wir betrachten das Beispiel aus dem diskreten Fall von oben.
und
seien die Augenzahlen bei zwei unabhängigen Würfen mit einem regelmäßigen Würfel und
die Augensumme. Die Berechnung des bedingten Erwartungswerts von
, gegeben
, vereinfacht sich mithilfe der Rechenregeln; zunächst gilt
.
Weil
eine messbare Funktion von
ist und
unabhängig von
ist, gilt
und
. Also erhalten wir
.
(2) Wenn
und
unabhängig und Poisson-verteilt mit Parametern
und
sind, dann ist die bedingte Verteilung von
, gegeben
, eine Binomialverteilung mit den Parametern
und
, das heißt

Es gilt also
und somit
.
Literatur
- Achim Klenke: Wahrscheinlichkeitstheorie. 3. Auflage. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-36017-6.
- Christian Hesse: Angewandte Wahrscheinlichkeitstheorie. 1. Auflage. Vieweg, Wiesbaden 2003, ISBN 3-528-03183-2.
Einzelnachweise und Anmerkungen
- ↑ Olav Kallenberg: Foundations of Modern Probability. 2. Ausgabe. Springer, New York 2002, ISBN 0-387-95313-2, S. 573.
- ↑ a b Sehr allgemein kann man beispielsweise setzen

fast überall.
- ↑ Diese Faktorisierung ist immer als messbare Funktion möglich. Sie ist im Allgemeinen nicht eindeutig, wenn
nicht surjektiv ist.
- ↑ Die mathematische Formulierung geht von folgender Abstraktion des Begriffs „bekannt“ aus: Wenn die Realisierung einer Zufallsvariable oder von Ereignissen bekannt ist, ist nicht automatisch jede davon abhängige, sondern nur jede messbar davon abhängige Größe ebenfalls bekannt (oder genauer nur solche, die eine σ-Algebra erzeugen, die eine Teilmenge der anderen ist). In diesem Sinne eignen sich σ-Algebren zur Beschreibung von verfügbarer Information: Die σ-Algebra
besteht aus den Ereignissen, deren Realisierung prinzipiell bekannt ist nach Erhalt der Information über den Wert von
. Die Menge
wird allgemein als eine σ-Algebra angenommen.
- ↑ A. Kolmogoroff: Grundbegriffe der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Springer, Berlin 1933. In der Einleitung des Buches ist die Theorie der bedingten Wahrscheinlichkeiten und Erwartungen als wesentliche Neuerung erwähnt. Für die Definition der bedingten Wahrscheinlichkeit bezüglich einer Zufallsvariable
verwendet Kolmogorow (S. 42) die Gleichung
, d. h.
, die für jede Wahl von
mit
erfüllt sein soll (für das Bedingen auf
wird die elementare Definition verwendet). Im anschließenden Beweis der Existenz und Eindeutigkeit zeigt Kolmogorow, dass nach Multiplikation mit
die linke Seite der Gleichung mit
übereinstimmt, die rechte mit
, was den oben angegebenen Ausdrücken entspricht, er arbeitet dann allerdings auf der Ebene des Bildraums von
weiter. Bei bedingten Erwartungen ist die Vorgehensweise ähnlich.
- ↑ Giuseppe da Prato und Jerzy Zabczyk: Stochastic Equations in Infinite Dimensions. Hrsg.: Cambridge University Press. 2014, S. 26, doi:10.1017/CBO9781107295513 (auf einem separablen Banachraum definiert).
- ↑ Tuomas Hytönen, Jan van Neerven, Mark Veraar und Lutz Weis: Analysis in Banach Spaces, Volume I: Martingales and Littlewood-Paley Theory. Hrsg.: Springer Cham. 2016, doi:10.1007/978-3-319-48520-1 (auf allgemeinen Banachräumen).