In der Mathematik ist die Clausen-Funktion (nach Thomas Clausen) durch das folgende Integral definiert:

Allgemeine Definition
Allgemeiner definiert man für komplexe
mit
:

Diese Definition kann auf der gesamten komplexen Ebene analytisch fortgesetzt werden.
Verallgemeinerte Definition
Eine verallgemeinerte Definition der Clausen-Funktionen für lautet:
[1]
Clausen-Funktionen der Form
sind Glaisher-Clausen-Funktionen (nach James Whitbread Lee Glaisher) und
sind Standard-Clausen-Funktionen.
Beziehung zum Polylogarithmus
Die Clausen-Funktion steht in Beziehung zum Polylogarithmus:
.
Kummers Beziehung
Ernst Kummer und Rogers führen folgende für
gültige Beziehung an:

Beziehung zu den Dirichlet L-Funktionen
Für rationale Werte von
kann die Funktion
als periodischer Orbit eines Elementes einer zyklischen Gruppe aufgefasst werden. Folglich kann
als einfache Summe aufgefasst werden, welche die hurwitzsche Zeta-Funktion beinhaltet. Das erlaubt es, Beziehungen zwischen bestimmten dirichletschen L-Funktionen einfach zu berechnen.
Die Clausen-Funktion als eine Regularisierungs-Methode
Die Clausen-Funktion kann auch als Methode betrachtet werden, um folgenden divergenten Fourier-Reihen eine Bedeutung zu geben:

was mit
bezeichnet werden kann. Durch Integration erhält man:

Dieses Ergebnis kann durch analytische Fortsetzung für alle negativen
verallgemeinert werden.
Reihenentwicklung
Eine Reihenentwicklung für die Clausen-Funktion (für
) ist

ist dabei die riemannsche Zeta-Funktion. Eine schneller konvergierende Reihe ist
![{\displaystyle {\frac {\operatorname {Cl} _{2}(\theta )}{\theta }}=3-\log \left[|\theta |\left(1-{\frac {\theta ^{2}}{4\pi ^{2}}}\right)\right]-{\frac {2\pi }{\theta }}\log \left({\frac {2\pi +\theta }{2\pi -\theta }}\right)+\sum _{n=1}^{\infty }{\frac {\zeta (2n)-1}{n(2n+1)}}\left({\frac {\theta }{2\pi }}\right)^{2n}{\text{.}}}](./ab4a7d9ba923c575e90a886e57796b714cc5f3d8.svg)
Die Konvergenz wird dadurch sichergestellt, dass
für große
schnell gegen 0 konvergiert.
Spezielle Werte
Allgemeine Spezielle Fälle
Einige Spezialfälle sind gegeben durch:[2]
(für
)
Weitere Spezialfälle sind:
wobei
der Polylogarithmus ist,
für
wobei
das Arkustangensintegral ist,
wobei
Barnessche G-Funktion und
die Gammafunktion ist,
[3],
wobei
der verallgemeinerte Logsinus
ist

wobei
die dirichletsche Beta-Funktion ist.
Spezifische Fälle
Einige spezielle Werte sind:
,
,
,
,
,
und

wobei K die catalansche Konstante ist.
Literatur
- Leonard Lewin (Hrsg.): Structural Properties of Polylogarithms. American Mathematical Society, Providence (RI) 1991, ISBN 0-8218-4532-2 (englisch).
- Jonathan M. Borwein, David M. Bradley, Richard E. Crandall: Computational Strategies for the Riemann Zeta Function. In: J. Comp. App. Math. Band 121, 2000, S. 11 (englisch, maths.ex.ac.uk [PDF; 526 kB]).
Einzelnachweise
- ↑ Eric W. Weisstein: Clausen Function. Abgerufen am 15. Februar 2023 (englisch).
- ↑ Eric W. Weisstein: Clausen Function. Abgerufen am 15. Februar 2023 (englisch).
- ↑ Eric W. Weisstein: Log Sine Function. Abgerufen am 15. Februar 2023 (englisch).