Die Crofton-Formel[1] (auch Cauchy-Crofton-Formel) ist in der Integralgeometrie eine Formel zur Berechnung der Bogenlänge einer Kurve und ist nach Morgan Crofton benannt.
Definition
Die Crofton-Formel drückt die Bogenlänge
einer ebenen Kurve
durch ein Integral über die Zahl der Schnittpunkte
mit einer Geraden aus; deren Abstand vom Ursprung sei
(Länge des Lots vom Ursprung auf die Gerade) und der Winkel des Lots mit der x-Achse sei
(siehe Hessesche Normalform der Geradengleichung). Dann ist
ein kinematisch invariantes Maß (invariant unter Drehungen und Translationen der euklidischen Ebene).
sei die Anzahl der Schnittpunkte der durch
parametrisierten Geraden mit der Kurve. Croftons Formel für die Bogenlänge lautet dann:

Schätzung
Für eine Schätzung der der Bogenlänge kann eine Monte-Carlo-Simulation benutzt werden: Dabei seien die Zufallsvariablen
gleichverteilt im Volumen
.
sei somit die gemeinsame Wahrscheinlichkeitsdichte der Gleichverteilung.
Wegen
gilt daher nach dem Gesetz der großen Zahlen

wobei
die Zahl der gezogenen Stichproben
aus dem Volumen
sind.
Beispiel
Gerade entlang der x-Achse
Die Formel kann plausibel gemacht werden,[2] wenn man als Beispiel für
eine Linie der Länge
auf der x-Achse betrachtet, mit dem Mittelpunkt im Ursprung. Croftons Formel ergibt dann:
.
Das kann man mittels Approximation durch gerade Linien auf eine beliebige Kurve übertragen.
Einheitskreisline
Ein weiteres einfaches Beispiel ist die Einheitskreislinie
. Zu jedem
schneidet die Gerade mit Abstand
die Kreislinie genau für
und zwar zweimal für
. Daher ist
,
was, wie erwartet, der bekannte Kreisumfang ist.
Einzelnachweise
- ↑ Crofton On the theory of local probability. Transactions of the Royal Society, Bd. 158, 1868, S. 181
- ↑ Adam Weyhaupt, Cauchy-Crofton`s formula, Indiana University